Merz und Algeriens Präsident Tebboune bauen Energiepartnerschaft aus
Lesezeit: 3 Minuten Erstellt: 16. Juli 2026
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat am Donnerstag, den 16. Juli 2026, den algerischen Staatspräsidenten Abdelmadjid Tebboune zu einem offiziellen Besuch im Bundeskanzleramt empfangen. Im Mittelpunkt der Gespräche standen der Ausbau der wirtschaftlichen Zusammenarbeit, insbesondere im Energie- und Rohstoffsektor, sowie die sicherheitspolitische Stabilität in der Region.
Energiekooperation als strategisches Leuchtturmprojekt
Deutschland und Algerien planen, ihre Energiepartnerschaft auf ein neues Niveau zu heben. Algerien, bereits jetzt einer der wichtigsten Erdgaslieferanten für die Europäische Union, soll künftig eine Schlüsselrolle bei der Wasserstoffversorgung Europas einnehmen.
„Wir wollen auch den Export von Wasserstoff zwischen Algerien und Europa, zwischen Algerien und Deutschland weiter voranbringen. Wir werden dafür gemeinsam mit Italien die Entwicklung eines südlichen Wasserstoffkorridors vorantreiben“, erklärte Bundeskanzler Friedrich Merz.
Präsident Tebboune bestätigte das große Interesse seines Landes an dieser Zusammenarbeit und bezeichnete die Partnerschaft mit Deutschland als „strategisch“. Er betonte die Zuverlässigkeit Algeriens als Lieferant und verwies auf den Ausbau der wirtschaftlichen Kooperation, für die Algerien mittlerweile eine „One-Stop-Shop“-Lösung zur Erleichterung ausländischer Direktinvestitionen eingerichtet habe.
Wirtschaftliche Dynamik und Investitionen
Über den Energiesektor hinaus streben beide Länder eine Intensivierung ihrer Handelsbeziehungen in weiteren Industriebereichen an. Merz nannte hierbei konkret die Automobilindustrie sowie die Rüstungs- und Ausrüstungsinvestitionen als Schwerpunkte für die Zukunft.
Präsident Tebboune hob hervor, dass Algerien zudem eine engere Kooperation in hochspezialisierten Sektoren anstrebe, beispielsweise in der Pharmaproduktion und der medizinischen Biotechnologie, in denen Deutschland als weltweit führend gilt. „Wir stützen uns auf unsere Freundschaft mit der Bundesrepublik Deutschland, um solche Projekte durchzuführen, die am Ende beiden Ländern zum Vorteil gereichen“, sagte Tebboune.
Anteilnahme nach Brandkatastrophe
Das Treffen war überschattet von einer Tragödie in der algerischen Hauptstadt. Kurz vor Beginn des Besuchs war ein Waisenhaus in der Nähe von Algier in Brand geraten, wobei zahlreiche Kinder ums Leben kamen.
Sowohl der Bundeskanzler als auch der algerische Präsident drückten öffentlich ihre tiefe Betroffenheit aus. „Herr Präsident, ich möchte Ihnen und Ihrem Land namens der Bundesrepublik Deutschland meine tiefe Anteilnahme aussprechen“, so Merz in seiner Eröffnung. Tebboune dankte für die Anteilnahme und sprach den betroffenen Familien sein Beileid aus.
Ausblick: Fokus auf deutsch-französische Konsultationen
In der Pressekonferenz äußerte sich Merz zudem kurz zum anstehenden deutsch-französischen Treffen in Nörvenich, das heute beginnt. Dabei sollen unter anderem strategische Fragen der Nuklearkooperation erörtert werden. Der Kanzler betonte, den Ergebnissen dieser Beratungen nicht vorgreifen zu wollen und verwies auf das Abschlusskommuniqué, das am morgigen Freitag veröffentlicht wird.
Auf eine innenpolitische Frage zur Leihmutterschaft nach der Ankündigung von Jens Spahn, Vater geworden zu sein, reagierte Merz kurz und formell: Er habe seinem Fraktionschef bereits zur Geburt gratuliert, werde sich jedoch in Anwesenheit eines hochrangigen Staatsgastes nicht weiter in Details der innenpolitischen Debatte einlassen.
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Autor: dm / © EU-Schwerbehinderung
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