Der Ruander Cedric Intwari ist kammerbester Konstruktionsmechaniker-Azubi. Lob gibt’s vom Lehrer an der BBS Zweibrücken und vom Arbeitgeber General Dynamics in Kaiserslautern.

Von Ruanda über die Berufsbildende Schule Zweibrücken bis hin zum Kammersieg: Für Cedric Intwari war der Weg zum besten Konstruktionsmechaniker seines Jahrgangs alles andere als gewöhnlich. Trotz weniger Deutschkenntnisse schloss der 25-Jährige seine Ausbildung mit Bravour ab – und das sogar ein Jahr früher als vorgesehen.

Mit einem abgeschlossenen Studium im Bereich Bauingenieurwesen kam Cedric Intwari vor drei Jahren im Rahmen eines Partnerschaftsprojekts zwischen Ruanda und Rheinland-Pfalz nach Deutschland. Ziel des Projekts ist es, junge Ruander bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz zu unterstützen. Den praktischen Teil seiner dualen Ausbildung absolvierte er bei General Dynamics in Kaiserslautern, den theoretischen an der Berufsbildenden Schule (BBS) in Zweibrücken.

Cedric Intwari kam über ein Partnerschaftsprogramm zwischen Rheinland-Pfalz und Ruanda nach Deutschland. Sein Berufsschullehrer Cedric Intwari kam über ein Partnerschaftsprogramm zwischen Rheinland-Pfalz und Ruanda nach Deutschland. Sein Berufsschullehrer aus Zweibrücken lobt das außergewöhnliche mathematische Verständnis des 25-Jährigen.Foto: Sophie RentelSchnell integriert trotz Sprachbarrieren

Bei General Dynamics hatte er sich zunächst für eine Ausbildung zum Mechatroniker beworben. „Doch meine Bewerbung wurde abgelehnt. Aber mir wurde von der Firma empfohlen, eine Konstruktionsmechaniker-Ausbildung zu machen. Ich wusste aber bisher nicht, was Konstruktionsmechaniker überhaupt ist“, erzählt Intwari. Nach einer kurzen Internetrecherche und dem Abwägen seiner bereits vorhandenen Fähigkeiten entschloss sich Intwari für die Ausbildung und fand sich schnell im Arbeitsalltag zurecht. „Ich habe mich direkt wohlgefühlt bei der Arbeit, mit den Arbeitskollegen und mit den Ausbildungskollegen. Das Arbeitsklima war von Anfang an sehr gut.“

Auch in der Schule zeigte sich schnell sein technisches Geschick. Karl-Heinz Bergmann, gelernter Schlosser und Lehrer an der BBS, bezeichnet seinen Schüler als Bereicherung für die Klasse: „Er war vom ersten Tag an top. Das heißt: motiviert und vor allem zielstrebig. Was Cedric an mathematischem Verständnis hat, hat einfach alles in den Schatten gestellt.“

Rückschlag durch Fußballverletzung

Die Kommunikation sei nur selten ein Problem gewesen, so Bergmann. Intwari hatte in Ruanda einen Deutsch-Sprachkurs absolviert und das Sprachniveau B1 erreicht. Der Lehrer erklärt, er versuche generell, seine Schüler im ersten Lehrjahr weniger mündlich zu fordern, um sie bei sprachlichen Schwierigkeiten nicht vor der Klasse bloßzustellen. Erst ab dem zweiten Lehrjahr, mit den anstehenden mündlichen Zwischenprüfungen, lasse er die Schüler häufiger vor der Klasse sprechen.

Fast wäre Intwaris Ausbildung frühzeitig beendet gewesen. Durch eine Verletzung bei seinem Hobby Fußball konnte er mehrere Monate nicht arbeiten. Besonders unglücklich: Die Verletzung geschah direkt zu Beginn der Ausbildung. „Es war schlechtes Wetter, es war ein Zweikampf und es hat Knack gemacht. Mein Unterschenkelknochen war dann durch.“ Nach zwölf Tagen Krankenhausaufenthalt und drei Monaten Genesungszeit hatte der 25-Jährige Angst, zu viel Unterrichtsstoff verpasst zu haben, und dachte darüber nach, die Ausbildung abzubrechen. Doch sein Glaube und seine Zielstrebigkeit ließen ihn weitermachen.

„Gib nicht auf, mach weiter“

Mit viel Fleiß holte Intwari den verpassten Stoff nach und erzielte eine gute Note in der Zwischenprüfung. Dadurch konnte er seine Ausbildungszeit verkürzen. So schloss er die Ausbildung zum Konstruktionsmechaniker innerhalb von zweieinhalb statt dreieinhalb Jahren ab – und das als Kammerbester. Sein ehemaliger Ausbilder und heutiger Arbeitgeber Thomas Maske sagt dazu: „Wir sind sehr stolz auf Cedric. Wir haben den Werdegang gesehen, wie er zu uns gekommen ist, mit wenig Deutschkenntnissen, und sich dann immer mehr gesteigert hat. Er war sehr zielstrebig, es hat einfach Spaß gemacht mit ihm.“

Auch in Zukunft wird Intwari bei General Dynamics in Kaiserslautern arbeiten. Zudem möchte er sich weiterbilden. „Die Ausbildung war erst der Anfang, ein Grundstein“, sagt der 25-Jährige, der nun parallel zum Job Maschinenbau an der Hochschule Kaiserslautern studieren wird.

Sein Erfolgsrezept fasst er so zusammen: „Gib nicht auf, mach weiter. Es scheint manchmal schwierig am Anfang, aber je mehr man etwas versucht, desto besser wird es.“

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