Unruhen in Italien

„Sie haben meinen Bruder kaltblütig ermordet“

Aktualisiert am 21.07.2026 – 09:15 UhrLesedauer: 3 Min.

Man's death during police arrest in Italy leads to street protestsVergrößern des Bildes

Abderrahim Fakir ist bei einem Polizeieinsatz in Italien gestorben. (Quelle: REUTERS/dpa-bilder)

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In Bologna stirbt ein Marokkaner, während ihn zwei Polizeibeamte auf den Boden drücken. Der Fall löst einen Aufschrei in Italien aus.

In Italien ist es nach dem Tod eines Einwanderers aus Marokko bei einem Polizeieinsatz in mehreren Städten zu Protesten und Krawallen gekommen. In der Universitätsstadt Bologna, wo der 42-jährige Abderrahim Fakir am Sonntag starb, versammelten sich mehrere Tausend Menschen in der Innenstadt. Auf Plakaten waren Parolen wie „Wahrheit und Gerechtigkeit“ zu lesen. Sprecher der Familie forderten Aufklärung.

Im Anschluss an die zunächst friedliche Kundgebung warfen einige Teilnehmer nach Augenzeugenberichten Flaschen und Molotow-Cocktails auf die Polizei. Nach einem Bericht der italienischen Nachrichtenagentur Ansa wurden auch die Fenstergitter von gepanzerten Polizeifahrzeugen abgerissen. Die Polizei habe daraufhin Wasserwerfer und Tränengas eingesetzt.

Nach Angaben der Rettungsdienste wurden mindestens elf Menschen verletzt, sowohl Demonstranten als auch Polizisten. Der Anwalt der Familie des Getöteten verurteilte die Krawalle. Zum Tod von Fakir sagte seine Schwester laut Reuters zu Reportern: „Sie haben meinen Bruder kaltblütig ermordet, ich will Gerechtigkeit.“

imago images 0862227485Vergrößern des BildesAuseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei in Italien. (Quelle: IMAGO/Leonardo Garavaglia/imago)Proteste nach tödlichem Polizeieinsatz in BolognaVergrößern des BildesNach einer friedlichen Kundgebung in Bologna kam es zu Krawallen. (Quelle: Leonardo Garavaglia/JNA via ZUMA Press Wire/dpa/dpa-bilder)

Fall macht in Italien Schlagzeilen

Der Marokkaner war am Sonntag auf einer Straße in Bologna ums Leben gekommen. Auf einem Video ist zu sehen, wie Fakir von zwei Polizisten auf den Boden gedrückt wird. Seine Hände sind auf dem Rücken mit Handschellen gefesselt. Mehrfach ruft er: „Hilfe! Genug, genug!“ Die Beamten ließen jedoch erst nach mehreren Minuten von ihm ab, als er sich nicht mehr bewegte. Ein Notarzt stellte anschließend seinen Tod fest.

In einer Erklärung teilte die Polizei von Bologna mit, dass Beamte auf einen Anruf reagiert hätten, in dem eine Person mit „gewalttätiger Wut“ gemeldet wurde. Die Polizei erklärte, dass die Beamten bei dem Versuch, die Person nach der Beschädigung eines Autos zu überwältigen, von Bürgern unterstützt worden seien. Weitere Details nannten die Beamten nicht. „Nachdem die Eindämmungsmaßnahmen durchgeführt worden waren“, hieß es in der Erklärung, „starb die Person.“

Der Fall macht in Italien viele Schlagzeilen, weil ein Fall von exzessiver Polizeigewalt vermutet wird. Er erinnert an die brutale Tötung des Afroamerikaners George Floyd, der 2020 in Minneapolis starb, als ein Polizist ihn zu Boden drückte.