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Garowe (Somalia) – Piraten-Alarm am Horn von Afrika! Somalische Piraten haben einen Chemie- und Öl-Tanker mit zwanzig Seeleuten in ihre Gewalt gebracht – darunter auch acht Deutsche. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf zwei Einwohner der halbautonomen Region Puntland in Somalia.
Bei dem Schiff handelt es sich um den unter tansanischer Flagge fahrenden Treibstoff- und Chemikalientanker „MT Asana“ (IMO 9035838). Laut öffentlich zugänglichen Schiffsdaten war der Tanker auf dem Weg von Karatschi (Pakistan) nach Bosaso in Somalia. Die britische Seeschifffahrtsbehörde UKMTO meldete bereits vergangene Woche, dass bewaffnete Männer das Schiff im Golf von Aden geentert und anschließend in somalische Gewässer gebracht hätten.
Hintergrund:
Puntland ist eine halbautonome Region im Nordosten Somalias. Sie verwaltet sich seit 1998 weitgehend selbst – mit eigener Regierung, eigenem Parlament und eigener Armee. International wird Puntland jedoch nicht als unabhängiger Staat anerkannt, sondern gilt als Teil Somalias.
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soziale Netzwerke aktivieren Piraten bringen Lebensmittel an Bord
Einer der beiden Anwohner, der sich gegenüber Reuters selbst als ehemaliger Pirat bezeichnete, sagte, dass sich insgesamt 20 Besatzungsmitglieder an Bord befinden. Demnach stammen acht aus Deutschland und zehn von den Philippinen. Zur Nationalität der beiden weiteren Seeleute machte er keine Angaben. Ein weiterer Einwohner der Küstenstadt Caluula berichtete der Nachrichtenagentur, er habe beobachtet, wie Piraten Lebensmittel zu dem gekaperten Tanker brachten. Das könnte darauf hindeuten, dass sich die Entführer auf eine längere Geiselnahme vorbereiten.
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Die Gewässer vor Somalia galten lange als eines der gefährlichsten Seegebiete der Welt. Zwischen 2008 und 2018 kaperten somalische Piraten immer wieder Handelsschiffe, verschleppten Besatzungen und erpressten von Reedereien millionenschwere Lösegelder. Erst internationale Marineeinsätze drängten die Piraterie deutlich zurück. Seit Ende 2023 beobachten Sicherheitsbehörden jedoch wieder eine Zunahme der Angriffe am Horn von Afrika. Sollte sich die Entführung der „MT Asana“ bestätigen, wäre sie einer der schwerwiegendsten Piratenfälle mit deutscher Beteiligung seit Jahren.