Festnahmen und Moscheeschließungen

Islamischer Präsident erklärt „radikalem Islam“ den Krieg

Aktualisiert am 27.07.2026 – 12:06 UhrLesedauer: 2 Min.

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Der Übergangspräsident Burkina Fasos, Ibrahim Traoré: Er will mit harter Hand gegen radikale Islamisten vorgehen. (Quelle: IMAGO/Ilya Pitalev)

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In Burkina Faso will der Machthaber Ibrahim Traoré gegen den radikalen Islam vorgehen. Dazu sollen Imame festgenommen und Moscheen geschlossen werden.

Burkina Fasos Übergangspräsident Ibrahim Traoré hat den Kampf gegen die radikale Auslegung des Islam angekündigt. In einer Ansprache an Religionsvertreter in der vergangenen Woche erklärte der Militärherrscher, gegen das, was er als „radikalen Islam“ bezeichnet, habe der Krieg begonnen. Wer extremistische Ideen verbreite, müsse sich ändern – andernfalls werde der Staat einschreiten. Darüber berichten übereinstimmend der Sender Al Jazeera und die Nachrichtenagentur AFP.

Imame, die in ihren Predigten extremistische Inhalte verbreiteten, könnten von der Kanzel suspendiert werden, kündigte Traoré, der selbst Muslim ist, an. Zugleich sagte er jenen Gelehrten staatliche Unterstützung zu, die für eine friedliche Auslegung des Islam einträten. Nicht näher genannten ausländischen Mächten warf er vor, Religion zu instrumentalisieren, um Burkina Faso zu destabilisieren.

Neues Religionsgesetz sorgt für Spannungen

Im Zentrum des Konflikts steht ein Religionsgesetz, das das Übergangsparlament am 20. Juni verabschiedete. Nach Angaben von Al Jazeera sieht es Geld- und Haftstrafen für Praktiken vor, die die Behörden als Missbrauch einstufen – etwa die erzwungene Bettelei von Kindern oder mangelnde finanzielle Transparenz religiöser Organisationen. Die Regierung erklärt, das Gesetz solle den säkularen Charakter des Landes stärken. Kritiker halten dagegen, es weite die staatliche Kontrolle über religiöse Einrichtungen aus.

Die Spannungen eskalierten mit der Festnahme des prominenten sunnitischen Imams Mohamed Ishaq Kindo. Er war Ende Mai in der Hauptstadt Ouagadougou festgenommen worden, nachdem er den Gesetzentwurf kritisiert hatte. Es folgten Proteste seiner Anhänger, die seine Freilassung forderten. Daraufhin ließen die Behörden die größte sunnitische Moschee der Stadt unter Verweis auf die öffentliche Ordnung schließen.

Ein Plakat in Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou zeigt Interimsstaatschef Touré mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin.Vergrößern des BildesEin Plakat in Burkina Fasos Hauptstadt Ouagadougou zeigt Interimsstaatschef Traoré mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin. (Quelle: IMAGO/ACHILLE ABBOUD)

Laut AFP, die sich auf eine Sicherheitsquelle beruft, seien rund 100 Unterstützer Kindos in ein Militärlager gebracht worden – zu einer nach Behördenangaben „staatsbürgerlichen Schulung“. Bereits im April sei den Berichten zufolge ein weiterer Geistlicher, Imam Mahmoud Barro, in der Stadt Bobo-Dioulasso festgenommen worden.

Der Streit markiert einen Bruch mit einem Teil jener sunnitischen Gelehrten, die Traoré nach seiner Machtübernahme zunächst gestützt hatten. Beobachter warnen, die Konfrontation könne eine wichtige Quelle der Legitimität für die Militärregierung schwächen.