Viele Kanadier meiden Reisen in die USA
Viele Kanadier meiden seit dem zweiten Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump laut kanadischen Behörden Reisen in die benachbarten USA. Die Vereinigten Staaten seien lange Zeit Kanadas wichtigstes internationales Reiseziel gewesen, „nach dem Regierungswechsel in den USA Anfang 2025 und der Einführung der „America First“-Politik änderten sich die Reisepläne der Kanadier jedoch abrupt“, hieß es von Kanadas Statistikbehörde. Im Jahr 2025 reisten 7,1 Millionen Menschen weniger in die USA als 2024. Das sei ein Rückgang um 23,5 Prozent.
Gleichzeitig seien Reisen im Inland und in andere Länder in vergleichbarem Maße angestiegen. Daten aus diesem Jahr legten nahe, dass sich dieser Trend verstetige. Die Reiseausgaben für Besuche in den USA sind laut der Behörde 2025 um 3,3 Milliarden auf insgesamt 18,8 Milliarden kanadische Dollar (aktuell knapp 12 Mrd Euro) gesunken.
Das US-Handelsministerium gibt an, dass 2024 rund 20,2 Millionen internationale Besucher aus Kanada in die USA gereist seien. 2025 seien es 16 Millionen gewesen. Die Zahlen sind nur eingeschränkt vergleichbar, da beide Behörden unterschiedliche statistische Konzepte verwenden. Mit Blick auf deutsche Touristen fiel die Zahl von rund 2 Millionen im Jahr 2024 auf rund 1,8 Millionen.
Stammwähler wenden sich vor Midterms ab
In der Republikanischen Partei wächst vor den US-Zwischenwahlen im November die Sorge über eine demotivierte Wählerbasis. Wie die „Washington Post“ berichtet, deuten Umfragen, Haustürgespräche und Fokusgruppen darauf hin, dass selbst besonders zuverlässige republikanische Wähler erwägen, zu Hause zu bleiben oder für die Demokraten zu stimmen. Hauptgründe seien die hohe Inflation und die wirtschaftliche Lage.
Nach Daten der konservativen Organisation Americans for Prosperity Action gilt etwa jeder fünfte Stammwähler der Republikaner in Iowa, Ohio, North Carolina, Montana, New Hampshire und Michigan als gefährdet. „Das ist ein großer Anteil. Das ist eine beängstigende Zahl“, sagte Geschäftsführer Nathan Nascimento. Eine Umfrage der „Washington Post“ und des Umfrageinstituts Ipsos sieht Demokraten zudem unter denjenigen, die im November mit Sicherheit wählen wollen, zehn Prozentpunkte vor den Republikanern.
Besonders gering ist die Motivation demnach bei Männern unter 40 Jahren – einer Gruppe, die entscheidend zu Donald Trumps Wahlsieg 2024 beigetragen hatte.