Mit dem Ausbruch des Krieges in der Golfregion kommt auch der Tourismus dort zum Erliegen. Reisen und Kreuzfahrten in das Kriegsgebiet werden aufgrund der offiziellen Reisewarnung des Auswärtigen Amtes bereits abgesagt. Doch auch Urlauber, die eine Reise in die Türkei oder nach Ägypten gebucht haben oder an einem der Drehkreuzflughäfen umsteigen müssen, sind zunehmend beunruhigt.

Die Lage im Nahen Osten macht Urlauber nervös – zumindest in manchen Reisebüros. Stefanie Kunze von „Reiseart“ in Bielefeld und Klaudia Mathia vom Reisebüro „Sonnenklar.TV“ in Paderborn berichten übereinstimmend von einer Welle an Kundenanfragen zu bereits gebuchten Oster- und Sommerreisen. Bianca Dennull vom Tui-Reisecenter in Herford erlebt das anders: Ihre Kunden seien bislang „relativ entspannt“ – und das zu Recht, findet sie. Wer Kreta, die Türkei oder Ägypten gebucht hat, könne getrost reisen: „Da sollte man sich nicht verrückt machen lassen.“

Welche Reisewarnungen gibt es derzeit für Ägypten und die Türkei?

Das Auswärtige Amt hat für Ägypten eine Teilreisewarnung ausgesprochen. Darin wird vor Reisen in den Norden der Sinai-Halbinsel, das ägyptisch-israelische Grenzgebiet (mit Ausnahme von Taba) und entlegene Gebiete der Sahara gewarnt. Die typischen Urlaubsregionen, wie etwa Hurghada, Sharm El-Sheikh oder Marsa Alam sind davon aber nicht betroffen.

Nachdem eine iranische Rakete nahe dem türkischen Luftraum am 4. März abgeschossen wurde, hat das Auswärtige Amt die Sicherheitshinweise für die Türkei angepasst. Für die Türkei liegt derzeit zwar keine Reisewarnung vor, es wird aber von nicht notwendigen Reisen in bestimmte Gebiete abgeraten. Der Hinweis schließt die Grenzgebiete der Türkei zum Iran, Irak und Syrien in den Provinzen Agrı, Igdır, Şanlıurfa, Van, Şanlıurfa, Mardin, Sırnak und Hakkâri ein.

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„Diese Ortschaften kennt kein Mensch“, beruhigt Klaudia Mathia. Die Urlaubsregion in der Türkei liege etwa 3.000 Kilometer entfernt, aus ihrer Sicht ist eine Reise daher unbedenklich. Die Situation im Nahen Osten ist dynamisch und kann sich schnell ändern. Gibt es doch große Bedenken, passt das Auswärtige Amt seine Warnungen an.

Kann ich als Urlauber meine Reise absagen?


Wer eine Reise gebucht hat, sie aber doch nicht mehr antreten möchte, muss mit Stornierungsgebühren rechnen. - © Christin Klose/dpa-tmn

Wer eine Reise gebucht hat, sie aber doch nicht mehr antreten möchte, muss mit Stornierungsgebühren rechnen.
| © Christin Klose/dpa-tmn

„Wenn es eine Reisewarnung gibt, wird die Reise bereits vonseiten der Veranstalter abgesagt“, erklärt Kunze. Das jeweilige Reisebüro informiere die Kunden dann umgehend. Je nach Wunsch könne dann nach einer Ersatzreise gesucht werden. Urlauber mit Reiseziel Türkei oder Ägypten seien davon aber bisher nicht betroffen und könnten ihre Reise daher beruhigt antreten.

Sollten Urlauber eine Reise ohne offizielle Reisewarnung absagen wollen, werden in den meisten Fällen Stornierungsgebühren fällig. Reisende seien dann laut Verbraucherzentrale NRW auch „auf die Kulanz des Anbieters angewiesen.“

Umbuchungen wegen Iran-Krieg: Was Reisende wissen müssen

„Trotz allem sollte man mit der Stornierung derzeit noch abwarten“, rät Kunze. Die Lage sei sehr dynamisch. Noch sei eben nicht absehbar, was in drei Wochen oder gar in den Sommerferien Stand der Dinge ist. „Wer ein ganz schlechtes Gefühl hat“ und die Reise wirklich absagen wolle, sollte sich an sein Reisebüro wenden.

Kann ich als Urlauber meine Reise umbuchen?

Grundsätzlich ist auch eine Umbuchung einer bereits geplanten Reise möglich. Bis etwa vier Wochen vor Reisebeginn sollten sich Urlauber dafür entscheiden, sonst können höhere Stornierungskosten anfallen.

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Außerdem müsse bei einer Umbuchung die Differenz zwischen der vorherigen und der womöglich teureren neuen Reise vom Urlauber bezahlt werden. Aus Kulanz könne der Reiseveranstalter eventuell von einer Umbuchungsgebühr absehen, so Dennull.

Alternative Reisen sind deutlich teurer

„Wenn Sie einen Plan B für die Osterferien suchen, werden Sie nicht mehr viel finden“, sagt Kunze. Mittlerweile seien die Hotels beispielsweise auf den Kanaren oder den griechischen Inseln eben schon sehr gut ausgebucht. Besonders für Familien, die eine größere Unterkunft oder gleich mehrere Zimmer benötigen, werde es schwer, etwas Vergleichbares zu finden. Während die Türkei und auch Ägypten eher preiswerte Reiseziele seien, würden die Kanaren beispielsweise deutlich teurer ausfallen, so die Reise-Expertin.

Auch Mathia warnt vor voreiligem Stornieren oder Umbuchen. „Die Türkei ist und bleibt weiterhin das beliebteste Reiseziel“, auch weil Antalya ab Paderborn sehr häufig angeflogen werde und die Preise stimmen. „Mallorca ist um ein Drittel teurer“, weiß die Expertin.

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Aktuell würden die Preise allerdings ohnehin explodieren. „Auch für die Türkei sind Reisen etwa 500 bis 1.000 Euro teurer als noch vergangene Woche“, so Mathia. Die Expertin nennt die gestiegenen Preise für Flugkerosin als Preistreiber. Ähnlich wie die Preise an der Tankstelle sei auch der Flugzeugsprit aufgrund des Krieges deutlich teurer geworden.

Drehkreuzflughäfen in Golfregion gesperrt – Flüge werden umgebucht


Der Flugverkehr ist in der Golfregion eingestellt. Die umliegenden Gebiete, darunter die Türkei oder Ägypten, werden wie üblich angeflogen. - © Symbolbild: Pexels

Der Flugverkehr ist in der Golfregion eingestellt. Die umliegenden Gebiete, darunter die Türkei oder Ägypten, werden wie üblich angeflogen.
| © Symbolbild: Pexels

Wer eine Reise nach Asien oder entlegenere Orte gebucht hat, wird häufig über die großen Drehkreuzflughäfen in Dubai, Abu Dhabi oder Katar geleitet. Auch diese Urlauber sind nun durch die Sperrung des Flugraums betroffen. „Die Airlines versuchen die Flüge dann umzubuchen“, weiß Kunze.

Asien-Flug geplant: Was Reisende aus OWL jetzt wissen müssen

„Der Flughafen in Dubai ist natürlich phänomenal“, erklärt Klaudia Mathia die Euphorie bei Urlaubern, die den Airport in Nahost bei Buchungen häufig solchen in beispielsweise Afrika vorziehen. Jetzt werde etwa über Addis Abeba in Äthiopien geflogen.

Auch das Auswärtige Amt hat bei einigen Fernreisezielen, darunter Thailand, Sri Lanka, Neuseeland, Australien, die Malediven, Südkorea, Singapur, Indien, die Philippinen, China, Malaysia, Indonesien, die Seychellen, Japan und Vietnam die Reisehinweise aktualisiert. Obwohl diese Länder nicht direkt von der Krise im Nahen und Mittleren Osten betroffen seien, würden sich die Luftraumsperrungen und der eingeschränkte Flugbetrieb direkt auf Flugverbindungen in diese Länder auswirken.

Wie sieht es bei gebuchten Kreuzfahrten in der Golfregion aus?

Doch nicht nur der Flugraum, auch die Gewässer sind im Bereich der Golfstaaten weiträumig gesperrt. Schiffsreisen in die Region wurden ersatzlos gestrichen. Kunden bekommen ihre Pauschalreise zurückerstattet.

Schiffe, die sich noch vor Ort befinden, kommen nicht raus. „Die Schiffe sitzen dann dementsprechend fest und können auch keine Alternativroute anbieten“, weiß Dennull. Einige Urlauber aus OWL haben dies am eigenen Leib erfahren. Etwa eine Familie aus Paderborn saß mehrere Tage auf einem Kreuzfahrtschiff in Doha fest.

Auf Kreuzfahrt von Krieg überrascht: So erging es Paderborner Familie auf „Mein Schiff 5“

Der Kreuzfahrtveranstalter „AIDA Cruises“ hat bereits vor einigen Monaten auf die Spannungen in Nahost reagiert. „Vor etwa einem halben Jahr wurden die Kreuzfahrten in die Golfregion gestrichen“, berichtet Mathia. Ihre Kunden konnten dann auf Kreuzfahrten Richtung Skandinavien oder in die Karibik vergünstigt umbuchen.

Urlauber sollten sich vor Reiseantritt gut informieren

„Das Ganze zeigt, warum man eine Pauschalreise buchen sollte“, resümiert Mathia. Nur dann sei auch die gesamte Reise abgesichert. Besonders bei den steigenden Preisen sei das anzuraten, so die Expertin. Sie prognostiziert zudem, dass Flugreisen künftig noch teurer werden könnten. „Dann wird der Urlaub an der Nord- und Ostsee auch wieder gefragt.“

Urlauber sollten vor Reiseantritt die Hinweise des Auswärtigen Amtes checken. Danach richten sich auch die Reiseveranstalter, die bei unsicherer Lage eine gebuchte Reise gegebenenfalls absagen. Wem es doch zu unsicher ist, in die Nähe der Kriegsregion zu fliegen, hat die Option umzubuchen oder auf eigenen Kosten zu stornieren – oder sich von vornherein für ein anderes Reiseziel zu entscheiden.

Redaktioneller Hinweis: Dieser Artikel wurde am 11. März um die Reisehinweise des Auswärtigen Amtes zu Fernflügen in den asiatischen Raum und eine Kurzzusammenfassung am Ende ergänzt.