Seit 17 Jahren reist Josef Windisch regelmäßig nach Kilema in Tansania. Nun bleibt er ein Jahr dort, um eine Berufsschule und ein Krankenhaus zu unterstützen.

Wenn Josef Windisch nach Kilema kommt, ist das für ihn fast schon wie Heimkommen. Seit 17 Jahren reist der steirische Priester regelmäßig in die tansanische Kleinstadt mit 25.000 Bewohnern am Fuß des Kilimandscharo. „Mit der Zeit sind aus diesen Begegnungen echte Freundschaften entstanden“, sagt er. Seit Juli ist der 51-Jährige für eine einjährige Auszeit dort.

Seine eigentliche Heimat ist der Pfarrverband Fernitz und Kalsdorf – mehrere Mitglieder seiner Gemeinde haben bereits angekündigt, ihn in Afrika zu besuchen: „Eine Gruppe der Jugendkapelle wird kommen und auch einige Schüler, um im Spital vor Ort ein Praktikum zu machen.“ In Kilema wolle er Dinge anpacken. Schwerpunkte sind eine Berufsschule und ein vor rund 100 Jahren gegründetes Krankenhaus. Beide Projekte werden mit Spenden durch das Projekt „Papa Bridge“ finanziert und abgewickelt.

Schule und Krankenhaus zukunftsfit machen

An der Schule werden zwölf Lehrberufe sowie mehrere kürzere Ausbildungen angeboten. Windisch möchte den Betrieb stabilisieren und effizienter gestalten: „Junge Menschen erhalten dort eine Ausbildung, die ihnen echte Zukunftsperspektiven eröffnet.“ Im Krankenhaus soll die Infrastruktur ausgebaut und die medizinische Versorgung verbessert werden. Mit Containern werden Betten und weitere dringend benötigte Ausstattungsgegenstände nach Tansania geschickt.

Dabei sei ihm bewusst, dass europäische Hilfsprojekte in Afrika auch kritisch gesehen werden. „Meine Aufgabe sehe ich nicht darin, fertige Lösungen mitzubringen.“. Das Ziel sei nicht Abhängigkeiten zu schaffen , sondern Menschen zu befähigen, ihren eigenen Weg zu gehen.

Projekt soll später ohne Hilfe weitergeführt werden

Ob er nach einem Jahr tatsächlich in die Steiermark zurückkehrt, lässt Windisch offen. Erfolg bedeute für ihn ohnehin etwas anderes: „Ein Projekt ist für mich dann wirklich erfolgreich, wenn es eines Tages auch ohne Unterstützung aus Österreich gut weitergeführt werden kann.“