
Letztendlich war die Safari eine tolle Art, einen runden Geburtstag zu feiern, und ich bin froh, dass sie nicht so teuer war, wie ich erwartet hatte.
Ruth Bayang
Zum 50. Geburtstag ihres Mannes reiste die Autorin um die Welt – inklusive einer Safari in Südafrika.
Im Kruger-Nationalpark begegnete das Paar Elefanten, Giraffen, Löwen und anderen Wildtieren aus nächster Nähe.
Rückblickend hätte eine kürzere Safari gereicht, dennoch empfand die Autorin den Preis als fair.
Business-Class-Flugtickets für eine Weltreise zum 50. Geburtstag meines Mannes waren bereits gebucht. Dann überraschte er mich mit einem weiteren Wunsch: Eine Safari in Afrika stand ebenfalls auf seiner Liste.
Ich wollte ihm diesen Traum erfüllen, musste dabei aber Zeit und Budget im Blick behalten. Denn wenn ich an eine Safari in Afrika dachte, sah ich vor meinem inneren Auge vor allem hohe Kosten. Außerdem hatten wir für Südafrika nur sieben Tage eingeplant – die An- und Abreise über Johannesburg und Kapstadt nicht mitgerechnet.
Nach intensiver Recherche bei Google und zahllosen Bewertungen buchte ich über SafariWithUs eine Safari für zwei Personen im Kruger-Nationalpark. Das Paket umfasste drei Tage und zwei Nächte und kostete rund 27.000 Rand (damals knapp 1500 Dollar, etwa 1300 Euro). Enthalten waren der Transfer in einem klimatisierten Kleinbus, die Hotelübernachtungen sowie zwei Mahlzeiten pro Tag.
Die Safari war deutlich günstiger, als ich erwartet hatte – und ich hoffte, dass auch das Preis-Leistungs-Verhältnis stimmen würde.
Lest auch

Die 5 häufigsten Fehler, die viele Reisende während ihres ersten Safari-Urlaubs machen
Der Start verlief besser als erwartet

Auf unserer Fahrt zum Hotel legten wir einen Zwischenstopp am Alzu Petroport ein.
Ruth Bayang
Am ersten Tag warteten wir gespannt in unserem Hotel in Johannesburg auf unseren Fahrer. Bis zu diesem Zeitpunkt war die gesamte Organisation der Safari ausschließlich per E-Mail erfolgt. Als unser freundlicher Fahrer schließlich ankam, fiel uns ein Stein vom Herzen.
Auf dem Weg zu unserer Lodge legte er einen Stopp am Alzu Petroport ein, den er als „die beste Tankstelle der Welt“ bezeichnete. Dort konnten wir uns die Beine vertreten. Es gab zahlreiche Geschäfte und mehrere Restaurants, außerdem lag das Gelände mitten in der Natur. Direkt vor der Anlage entdeckten wir Nashörner – ein Vorgeschmack auf die Tierwelt, die uns noch erwartete.
Am Nachmittag erreichten wir die Lodge. Mein Mann kann ohne Klimaanlage nicht schlafen und war deshalb erleichtert, dass unser Zimmer entsprechend ausgestattet war.
Nachdem wir eingecheckt und uns kurz ausgeruht hatten, begann unsere erste Pirschfahrt.
Lest auch

Erster afrikanischer Safari-Trip: 5 wichtige Dinge, die ihr vor der Abreise wissen solltet
Elefanten, Giraffen und ein Abendessen mitten im Busch

Auf der Fahrt konnten wir Giraffen beobachten.
Ruth Bayang
Ein Guide steuerte das Safarifahrzeug, das zwar überdacht, ansonsten aber komplett offen war.
Ein zweiter Experte, der sogenannte Fährtensucher, saß auf einem Sitz auf der Motorhaube. Es sah aus, als würde er sich gerade so festhalten können. Ich fand das gleichzeitig beeindruckend und beängstigend.

Der Fährtenleser half dabei, während der Pirschfahrt Wildtiere aufzuspüren.
Ruth Bayang
Wir sahen Giraffen, Hyänen, Elefanten und eine große Herde Kaffernbüffel. Außerdem begegneten wir Impalas, die unser Guide als das „McDonald’s des Buschs“ bezeichnete.
Wie die Fast-Food-Kette seien sie überall zu finden und eine wichtige Nahrungsquelle für Löwen, Leoparden und Geparden. Besonders lustig wird der Spitzname, wenn man die schwarzen Zeichnungen erkennt, die auf ihrem hellen Hinterteil wie ein großes „M“ aussehen.

Wir kamen den Elefanten näher, als ich erwartet hatte.
Ruth Bayang
Später kamen wir einem jungen Elefanten sehr nahe, der seine Mutter zu beschützen schien. Ich saß auf der rechten Seite des Fahrzeugs – genau dort, wo auch die Elefanten waren. Mein Mann forderte mich immer wieder auf, mich weiter von der Kante wegzusetzen.
Als wir langsam an den Tieren vorbeifuhren, stieß der junge Elefant plötzlich einen lauten Trompetenruf aus. Wir erschraken beide gewaltig. Als sich unser Puls wieder beruhigt hatte, mussten wir lachen.
Lest auch

Nachhaltig auf Safari? Hier ist das am besten möglich

Es war unglaublich, die Tierwelt aus nächster Nähe zu beobachten.
Ruth Bayang
Der Abend endete mit einem Essen an einem abgelegenen Ort mitten im Busch. Bis heute ist mir ein Rätsel, wie unsere Guides diesen Platz überhaupt gefunden haben.
Trotz der Wildnis hatten sie dort eine elegante Tafel mit gedämpfter Beleuchtung und sorgfältig gefalteten Servietten aufgebaut.

So eine Mahlzeit habe ich noch nie gegessen.
Ruth Bayang
Es gab Hähnchen, eine leckere Wurst und Gemüse – alles über offenem Feuer zubereitet. Während wir aßen, schlich eine Hyäne mit dem Spitznamen „Bob“ in der Nähe umher.
Eine kürzere Safari hätte uns gereicht

Mir hätte schon ein Tag und ein Abend mit Safarifahrten gereicht.
Ruth Bayang
Ganz ehrlich: Dieser erste Tag und der Abend hätten mir bereits vollkommen gereicht. Ich wäre am nächsten Morgen nach dem Frühstück zufrieden zurück nach Johannesburg gefahren.
Aus meiner Sicht brachten der zweite und dritte Tag nicht mehr allzu viele neue Eindrücke. Wir sahen zwar andere Tiere wie Flusspferde, Zebras, Löwen und einen Strauß, insgesamt ähnelte sich das Erlebnis jedoch sehr.
Mit einer kürzeren Safari hätten wir Geld sparen und trotzdem eine tolle Erfahrung machen können.
Lest auch

Ich war in 3 Wochen auf 9 Safaris – diese 6 Dinge solltet ihr vorher wissen
Eine Safari für zwei Personen muss auch nicht zwangsläufig knapp 1500 Dollar (etwa 1300 Euro) kosten. Wer selbst mit dem Auto durch den Park fährt und auf Campingplätze statt Hotels setzt, kann deutlich günstiger reisen.
Trotzdem empfand ich unser Paket als seinen Preis wert. Für unsere erste Safari war ich froh, erfahrene – und bewaffnete – Guides an unserer Seite zu haben. Sie kannten das Gelände, wussten, wie sich die Tiere verhalten, und genau, wann die Chancen auf besondere Tierbeobachtungen am größten waren.
Lest den Originalartikel auf Business Insider US.