Beim Ebola-Ausbruch im Osten der Demokratischen Republik Kongo sind nach aktuellem Stand mehr als 3.500 Infektionen registriert worden. Von den mehr als 3.532 bestätigten Erkrankten starben 1.556. Die neuen Zahlen zu den Infektionsfällen überstiegen die der bislang schwersten Ebola-Epidemie in dem zentralafrikanischen Land im Zeitraum von 2018 bis 2020. Ende vergangener Woche hatte die Zahl der bestätigten Erkrankten noch bei 3.075 gelegen.
Den Behördenangaben zufolge liegt die Todesrate derzeit bei 44 Prozent – das bedeutet, fast die Hälfte aller nachgewiesenen Ansteckungen endete tödlich. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer an Infektionen aus, die bislang nicht erkannt oder nicht gemeldet wurden. Sie vermuten, dass sich das Virus monatelang vor dem Nachweis des Ausbruchs Mitte Mai ausbreitete.
17. Ebola-Ausbruch in der Geschichte des Kongo
Der am 15. Mai dieses Jahres ausgerufene Ausbruch betrifft fünf Provinzen im von jahrzehntelanger Gewalt geprägten Osten des Landes. Es handelt sich um den 17. Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo. Verursacht wird er von der seltenen Bundibugyo-Variante des Virus, gegen die es bislang weder einen zugelassenen Impfstoff noch eine spezifische Behandlung gibt.
Die Gesundheitsorganisation Africa CDC schrieb im Juni, dass 1,4 Milliarden US-Dollar benötigt würden, um den Ebola-Ausbruch einzudämmen – dreimal so viel wie ursprünglich geschätzt. Die Weltgesundheitsorganisation WHO und Africa CDC gaben zuletzt bekannt, dass für den Zeitraum Mai bis August Gelder in Höhe von 214 Millionen US-Dollar zugesagt wurden.
Übertragung durch Körperflüssigkeiten
Das Nachbarland Uganda hat seinen Ebola-Ausbruch derweil für beendet erklärt. In dem Land hatten sich 20 Menschen mit dem Virus infiziert, zwei von ihnen starben.
Das hochansteckende Ebola-Virus kann durch Körperflüssigkeiten wie Erbrochenes, Blut oder Sperma übertragen werden. Eine Infektion führt zu Fieber und Muskelschmerzen. In schweren Fällen kommt es zu inneren und äußeren Blutungen sowie Organversagen. Ebola kann schweres hämorrhagisches Fieber auslösen. In den vergangenen 50 Jahren starben in Afrika mehr als 15.000 Menschen an der Krankheit.