Die Europäische Union will ihre Unterstützung für Marokko beim Schutz der Aussengrenzen ausbauen, berichtet Reuters. EU-Kommissions-Präsidentin Ursula von der Leyen kündigte dies nach dem Massenzustrom von mehreren zehntausend Migranten – die Rede ist inzwischen sogar von 80.000 bis 100.000 Afrikanern – in die spanische Exklave Ceuta an.

European Commission President Ursula von der Leyen speaks during a report on children’s safety online at EU headquarters in Brussels, Monday, July 13, 2026
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In einem Schreiben an den spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez bezeichnete sie Marokko als «wichtigen strategischen Partner» im Kampf gegen Menschenschmuggel und illegale Migration. Gemeinsam mit Spanien könne die EU die Grenzüberwachung verbessern sowie die technische und finanzielle Unterstützung für Rabat ausweiten.
Der Ansturm auf Ceuta hatte vergangene Woche die bislang schwerste Bewährungsprobe für den neuen EU-Migrationspakt ausgelöst, der erst seit Juni in Kraft ist. Zehntausende Migranten überwanden innerhalb weniger Tage die Grenzanlagen der spanischen Exklave. Nach Angaben der marokkanischen Behörden kehrte allerdings der grösste Teil von ihnen wieder nach Marokko zurück, nachdem sich Hoffnungen auf eine Weiterreise nach Europa nicht erfüllt hatten.
Marokko machte Falschinformationen in sozialen Netzwerken, Schleuserorganisationen sowie Fehlinterpretationen eines spanischen Gerichtsurteils für die Massenübertritte verantwortlich. Die Ereignisse lösten europaweit politische Reaktionen aus. Italien setzte das Schengen-Abkommen mit Spanien für einen Monat teilweise aus, obwohl Ceuta selbst nicht zum Schengen-Raum gehört. Gleichzeitig forderten 22 der 27 EU-Mitgliedstaaten ein koordiniertes Vorgehen zur besseren Sicherung der Aussengrenzen.
Die EU setzt seit Jahren verstärkt auf Abkommen mit nordafrikanischen Staaten, um irreguläre Migration bereits ausserhalb Europas einzudämmen. Kritiker sehen darin jedoch eine wachsende Abhängigkeit von Transitstaaten, die dadurch politischen Einfluss auf Brüssel gewinnen könnten.