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Uns auf Google folgenErläuterungen im Tomatenparadies (v.l.): Philomena Komolo, Tomaten-Bäuerin Barbara Franzl, Angela Shirima, Maximilian Mtaki, Yunith Haule, Karl Bus, Irmgard Bauta und Alois Wiesböck.Erläuterungen im Tomatenparadies (v.l.): Philomena Komolo, Tomaten-Bäuerin Barbara Franzl, Angela Shirima, Maximilian Mtaki, Yunith Haule, Karl Bus, Irmgard Bauta und Alois Wiesböck. © Birgit Lang

Eine vierköpfige Delegation aus Tansania hat zwei landwirtschaftliche Betriebe in Oberkorb und Wies besucht. Hühner und Gemüse ließen Augen leuchten.

Oberkorb/Wies – Über Besuch aus Tansania freuten sich Tomaten-Bäuerin Barbara Franzl aus Oberkorb und Energiebauer Georg Brandl aus Wies. 14 Tage lang war die vierköpfige Delegation der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (Christian Worker Movement – kurz: CWM), die eine Partnerschaft mit dem KAB Diözesanverband München und Freising pflegt, in Bayern unterwegs.

Im Schatten der Solaranlage (v.l.): Karl Busl, Alois Wiesböck, Solarbäuerin Daniela Brandl mit Kindern, Maximilian Mtaki, Angela Shirima und Yunith HauleIm Schatten der Solaranlage (v.l.): Karl Busl, Alois Wiesböck, Solarbäuerin Daniela Brandl mit Kindern, Maximilian Mtaki, Angela Shirima und Yunith Haule © Birgit Lang

Alois Wiesböck brachte die Kontakte zu den Betrieben in der Region ein. Er ist seit über 20 Jahren Vorsitzender der KAB München Ost und der Ortsgruppe Ismaning und wohnt seit 16 Jahren in Lain am See und damit in direkter Nähe zu den beiden Unternehmen. Er schlug sie auch Organisator Hannes Kreller, dem Mitglied des Diözesanvorstandes der KAB München und Freising vor, und begleitete die vier Besucher und Karl Busl, der intensive Kontakte mit Tansania pflegt, und als Übersetzer fungierte.

„Es geht um Entwicklungshilfe auf Augenhöhe“ erklärt Wiesböck, der als Agrar-Ingenieur 40 Jahre lang im Saatguthandel tätig war, sich ehrenamtlich im Pfarrgemeinderat Gebensbach einbrachte und im Kirchenchor singt. Der 76-Jährige arbeitet immer noch ehrenamtlich beim Ismaninger Tisch mit, einer Tafel, deren Gründungsmitglied er ist, und hilft manchmal in Oberkorb aus.

Die Besichtigung des kleinen Gartenbaubetriebs von Barbara Franzl sei sehr interessant gewesen, erzählt er. Ihm war wichtig, dass die Besucher sehen, was man im Kleinen alles machen kann. Sie seien über die Vielzahl unterschiedlicher Tomaten erstaunt gewesen.

Auch der Hühnerstall ist interessant

Danach ging es ins benachbarte Wies, um die Agrar-Photovoltaik-Anlage der Brandls anzusehen, wo auf den darunterliegenden Wiesen Jungvieh-Aufzucht erfolgt. Begeistert zeigten sich die Besucher über die zweifache Nutzung und, dass damit der Grund nicht als Agrarnutzung verloren geht. „Es war für beide Seiten sehr interessant, weil gute Detailfragen gestellt wurden und sich die Besucher schlau gemacht haben“, erklärt Wiesböck.

Anschließend habe er die ganze Gruppe zu sich nach Hause zum Essen eingeladen, seine Schwägerin habe dazu Schnitzel und Kartoffelsalat gekocht. Lustig sei gewesen, dass sich eine der Afrikanerinnen, Philomena Komolo, vor allem für seinen Hühnerstall mit zehn Hühnern und deren Legenester interessiert habe. Sie hat zu Hause nämlich auch eine Hühnerfarm mit rund 1600 Hühnern. In Afrika würden die Eier ab Stall verkauft, die Hühner lebend zum Schlachten gebracht, weil es dort keine Kühlmöglichkeit gebe, erklärt er.

Anschließend ging es noch zum Ziegenhof nach Weichselgarten zur Familie Tiefenböck, ebenfalls ein mittelgroßer Betrieb.

Rechte der Angestellten stärken

Die tansanischen Besucher würden im Bezirk Morogoro, im Süden von Tansania leben, wo es noch mehr Regen und eine hügelige Landschaft sowie Viehzuchtbetriebe gebe. Allerdings seien es dort kleinere Ziegen, die nur als Weidetier und nicht als Milcherzeuger, sondern als Fleischlieferant gehalten werden.

Viele Eindrücke könnten die Tansanier aber nicht 1:1 umsetzen, weil ihnen dazu das Geld fehle, aber in kleinen Schritten sei einiges machbar. Denn die Mitglieder des CWM hätten Sparvereine gegründet, wie dies in Bayern früher die ersten Raiffeisen-Genossenschaften waren. Dort würden die Mitglieder einzahlen und bei Kleininvestitionen unterstützen, wie etwa bei der Bienenzucht, der Eierproduktion oder der Schneiderei.

Auch für Wiesböck war die Exkursion äußerst interessant und zufriedenstellend. Denn er ist Vorsitzender des gemeinnützigen Vereins CAH (Christliche Arbeiterhilfe) in München, von dem der CWM finanziell unterstützt wird. „Wir vermitteln ihnen Knowhow und übernehmen Teilkosten für ihre Angestellten.“ Der Besuch aus Tansania war für den 76-Jährigen die Bestätigung, dass die Gelder der CAH sehr gut angelegt werden.

Neben menschlichen Begegnungen ging es den Gästen um nachhaltige Projekte und soziale Verbesserungen. So wollen sie die Rechte von Hausangestellten stärken. Deshalb stellten sie unter dem Motto „Miteinander statt übereinander“ auch eigene Lösungen und wertvolle Erfahrungen vor.