Die Streitkräfte des Tschad haben nach eigenen Angaben im benachbarten Kamerun 120 Kämpfer der Islamisten-Miliz Boko Haram getötet. Das Militär habe am Samstag Stellungen von Boko Haram bombardiert, teilte die Armee mit. Vorausgegangen seien Angriffe der Extremisten auf Truppen des Tschad. Bei den Kämpfen seien auch drei eigene Soldaten getötet worden.

01. 01. 1970, 01:00 Uhr
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Boko Haram kämpft seit rund fünf Jahren für einen radikal-muslimischen Staat im Nordosten Nigerias und hat zuletzt verstärkt auch Gebiete in den Nachbarländern Tschad und Kamerun angegriffen. Die beiden Staaten haben daher ihre Truppen in der Region verstärkt.

Die Afrikanische Union (AU) hat zum Kampf gegen die Islamisten-Miliz den Aufbau einer 7.500 Mann starken Sondereinsatztruppe beschlossen, die von Nigeria, dem Tschad, Kamerun, Niger und Benin gebildet werden soll. Die Staaten wollen in der kommenden Woche bei einem Treffen in Kameruns Hauptstadt Yaounde über die Kommandostruktur der Truppe beraten. Die Armee des Tschad gilt als eine der stärksten in der Region. 2013 half sie französischen Truppen, Islamisten mit Verbindungen zu Al-Kaida aus dem Norden Malis zu vertreiben.

Boko Haram startete indes nach Berichten von Augenzeugen einen neuen Angriff auf die Millionenstadt Maiduguri. Boko-Haram-Kämpfer stürmten am Sonntag die Hauptstadt des Teilstaats Borno im Nordosten Nigerias und lieferten sich Gefechte mit Soldaten.

Die Offensive habe gegen 03.00 Uhr nachts begonnen, die heftigen Kämpfe dauerten an. Die Armee werde von bewaffneten Bürgern unterstützt. „Die ganze Stadt hat Angst“, sagte der Bewohner Adam Krenuwa. „Die Leute haben Angst davor, was passiert, wenn Boko Haram die Sicherheitskräfte besiegt.“ Vor einer Woche hatte die nigerianische Armee eine Offensive der Extremisten auf Maiduguri abwehren können. Die Streitkräfte setzten damals neben Bodentruppen auch die Luftwaffe ein.

Boko Haram, was sich sinngemäß mit „westliche Bildung ist Sünde“ übersetzen lässt, kämpft seit Jahren mit Gewalt für einen islamischen Staat im armen und mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias. Seit dem Jahr 2009 tötete die Gruppe bei Anschlägen und Angriffen auf Polizei, Armee, Kirchen und Schulen rund 13.000 Menschen. In jüngster Zeit dehnte die Gruppierung ihre Angriffe auch auf Kamerun aus.

(Quelle: Apa/Ag.)