An dem Dialog nahmen Vertreter des vietnamesischen Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt, des ugandischen Ministeriums für Landwirtschaft, Viehzucht und Fischerei, der IDH-Organisation sowie diplomatischer Vertretungen, internationaler Organisationen, Unternehmen und Partnern der Kaffeewertschöpfungskette beider Länder teil.

Im Rahmen des Dialogs erklärte Herr Pham Ngoc Mau, stellvertretender Direktor der Abteilung für Internationale Zusammenarbeit im Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, dass sowohl Vietnam als auch Uganda über bedeutende Kaffeeindustrien verfügen, in deren Produktion und Wertschöpfungskette Millionen von Menschen tätig sind. Kaffee sei nicht nur ein landwirtschaftlicher und kommerzieller Sektor, sondern eng mit dem Lebensunterhalt, der ländlichen Entwicklung und den Möglichkeiten zur Einkommenssteigerung der Produzenten verbunden.

Die Kaffeeindustrie sieht sich jedoch mit steigenden Anforderungen hinsichtlich Klimaanpassung, Ressourceneffizienz, Produktqualität und -sicherheit, Rückverfolgbarkeit sowie immer strengeren internationalen Marktstandards konfrontiert. Diese Anforderungen erfordern eine Transformation der Produktionsmethoden und die Weiterentwicklung der Branche hin zu mehr Nachhaltigkeit.

Laut Herrn Pham Ngoc Mau entsteht der Wert von Kaffee nicht nur auf den Feldern, sondern auch durch Wissenschaft und Technologie, Verarbeitung, Markenbildung, Marktentwicklung und die Vernetzung der Akteure entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Daher konzentriert sich Vietnams aktuelle Entwicklungsstrategie nicht nur auf Produktivitätssteigerung, sondern zunehmend auch auf Qualität, Wertschöpfung, Nachhaltigkeit und Anpassungsfähigkeit an den Klimawandel.

Vietnam verfügt über Erfahrung in der Entwicklung von Anbaugebieten, der Organisation von Wertschöpfungsketten im Kaffeesektor, der Verarbeitung, der Wertsteigerung und der Markterweiterung. Uganda hingegen besitzt eigene Potenziale, Stärken sowie spezifische Entwicklungsrichtungen und Bedürfnisse für die Kaffeeindustrie. Daher sollten beide Seiten nicht unbedingt ein einheitliches Modell für beide Länder anstreben, sondern vielmehr Ideen austauschen, voneinander lernen und Lösungen wählen, die den jeweiligen Gegebenheiten beider Länder gerecht werden, so Pham Ngoc Mau.

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Der ugandische Minister für Landwirtschaft, Viehzucht und Fischerei, Frank K. Tumwebaze, erklärte, dass Kaffee für Millionen ugandischer Bauern eine entscheidende Rolle im Lebensunterhalt spiele. Ihre Zukunft hänge von einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Produktivität, Nachhaltigkeit und Resilienz ab. Die Zusammenarbeit mit Vietnam und IDH biete Uganda die Möglichkeit, von den Partnern zu lernen und gleichzeitig das Engagement für den Aufbau einer resilienten und entwaldungsfreien Kaffeeindustrie zu stärken.

Laut Daan Wensing, CEO von IDH, lassen sich nachhaltige Veränderungen in der Kaffeeindustrie kaum durch die Bemühungen einer einzelnen Partei erreichen. IDH spielt eine entscheidende Rolle bei der Vernetzung von Regierungen untereinander und mit dem Markt und fördert so die Zusammenarbeit, die zu konkreten Veränderungen führt. Angesichts des Klimawandels und der steigenden Marktanforderungen ist ein kooperativer und auf gemeinsamen Investitionen basierender Ansatz unerlässlich, um eine nachhaltige Kaffeeversorgung langfristig zu gewährleisten.

Neben dem Informationsaustausch über vorrangige Entwicklungsziele für die Kaffeeindustrie in Vietnam und Uganda zielte der Dialog darauf ab, erstmals eine Kooperationsabsicht zwischen den beiden Regierungen – mit Unterstützung der IDH-Organisation – für den Aufbau einer nachhaltigen, widerstandsfähigen und entwaldungsfreien Kaffeeindustrie zu begründen. Dies gilt als neuer Schritt in der Süd-Süd-Kooperation zwischen den beiden weltweit führenden Robusta-Kaffeeproduzenten.

Die Delegierten erwarten, dass Vietnam und Uganda den Austausch und die Verbindungen zwischen Verwaltungsbehörden, Forschungsorganisationen, Unternehmen und Entwicklungspartnern weiter pflegen und stärken werden, um so die Kooperationsmöglichkeiten im Kaffeesektor und anderen potenziellen Agrarbereichen zu erweitern.

Durch die Kombination der Erfahrungen, Stärken und Ressourcen beider Seiten soll die Zusammenarbeit zwischen Vietnam und Uganda dazu beitragen, nachhaltige und widerstandsfähige Wertschöpfungsketten für Kaffee aufzubauen und gleichzeitig langfristigen Wert für Produzenten, Unternehmen und den Markt zu schaffen.

Im Rahmen der Veranstaltung am 11. August in Hanoi gab die IDH-Organisation offiziell den Start des Programms für klimaangepassten Kaffee (RCP) in Vietnam bekannt. ALDI SÜD (Deutschland) ist der erste Investor. Ziel des Programms ist es, innerhalb der nächsten vier Jahre eine nachhaltige und nachweisbare Versorgung mit Robusta-Kaffee aufzubauen.

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Konkret zielt das Programm darauf ab, rund 75.000 Kaffeebauern zu erreichen; 70 % der teilnehmenden Haushalte werden regenerative Anbaumethoden anwenden, was zu einer Reduzierung der CO₂-Emissionen um 240.000 Tonnen und einer Steigerung des Einkommens der Bauern um 15 % beitragen wird.

Die Ergebnisse des Programms werden transparent über ein System zur Messung, Berichterstattung und Verifizierung (MRV), ein Rückverfolgbarkeitssystem und einen Mechanismus zur gemeinsamen Erfassung von Herkunftsnachweisen dokumentiert. Ziel des Programms ist es, ein Angebot an Robusta-Kaffee zu schaffen, das sowohl klimaresistent ist als auch den steigenden Anforderungen des internationalen Marktes gerecht wird.

Quelle: https://baotintuc.vn/kinh-te/viet-nam-uganda-thuc-day-hop-tac-phat-trien-ca-phe-ben-vung-20260811161324875.htm