Commonwealth Games
Aktualisiert am 11.08.2026, 04:48 Uhr

Nuhu Batte (l.) ist einer der ugandischen Boxer, die in Glasgow abgetaucht sind. (Archivbild)
© Getty Images/James Fearn
Nach den Commonwealth Games in Glasgow fehlt von vier ugandischen Boxern jede Spur. Sie stiegen nicht in den Rückflug – offenbar planen sie, in Großbritannien Asyl zu beantragen.
Vier Mitglieder des ugandischen Box-Teams sind nach den Commonwealth Games in Glasgow untergetaucht. Ibrahim Kemis (20), Nuhu Batte (22), Emily Nakalema (32) und Angel Katushabe (21) erschienen am Dienstag nicht zum geplanten Rückflug in ihre Heimat, wie die „BBC“ berichtet. Lediglich zwei der insgesamt sechs Boxer traten die Heimreise an.
Ersten Hinweisen zufolge streben die vier Sportler einen Asylantrag in Großbritannien an. Gegenüber dem ugandischen Sportportal „NBS Sport“ erklärte einer der verschwundenen Boxer laut BBC, man wolle die Karriere in einem Land mit besseren Trainingsmöglichkeiten fortsetzen. Zugleich bat die Person um Verständnis für diese Entscheidung.
Teammanager ratlos – Handys abgeschaltet
Ugandas Chef de Mission Godwin Kayangwe zeigte sich gegenüber der BBC ahnungslos. „Ich habe absolut keine Ahnung, welche Art von Asyl sie beantragen wollten. Es ist nichts Politisches, es hat nichts mit Geschlecht oder Ähnlichem zu tun“, sagte er. Zunächst hätten die Athleten ihrem Teammanager noch signalisiert, zurückkehren zu wollen – danach schalteten sie sämtliche Mobiltelefone ab, was gegen die internen Teamregeln verstieß.
Kayangwe vermutete die Boxer „wahrscheinlich noch in Glasgow oder irgendwo in Europa“. Ihre Visa seien bis Oktober gültig, weshalb er auf eine freiwillige Rückkehr hoffe. Die Angelegenheit liege nun bei der ugandischen Hochkommission, die sich mit den schottischen Behörden abstimme.
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Kein Einzelfall – auch pakistanischer Boxer vermisst
Neben den Ugandern kehrte auch der pakistanische Boxer Qudratullah nicht in seine Heimat zurück. Als Offizielle sein Zimmer aufsuchten, war er bereits verschwunden, wie der „Guardian“ schreibt. Dem Bericht zufolge nahm ein Boxstudio in Glasgow die ugandischen Sportler zunächst auf, mittlerweile befänden sie sich jedoch nicht mehr in Schottland. Die schottische Polizei bestätigte laufende Ermittlungen in Zusammenarbeit mit dem Innenministerium.
Das Phänomen verschwundener Athleten nach Großereignissen ist keineswegs neu. Laut dem „Guardian“ blieben nach den Commonwealth Games 2002 in Manchester schätzungsweise 27 Personen im Land, nach Glasgow 2014 waren es 66 und nach Birmingham 2022 noch 17. Manche dieser Geschichten endeten erfolgreich: Der kamerunische Gewichtheber Cyrille Tchatchet etwa tauchte nach den Spielen 2014 unter, erhielt später Flüchtlingsstatus – und gewann vergangene Woche Silber für das englische Team. (red)
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