Verein fordert Gerechtigkeit
Aktualisiert am 06.08.2026, 15:44 Uhr

Ein Todesfall erschüttert Uganda. (Symbolbild)
© Julian Finney/Getty Images
David Owori, Kapitän des ugandischen Rekordmeisters SC Villa, ist nach einem brutalen Straßenüberfall in der Hauptstadt Kampala seinen schweren Verletzungen erlegen. Die Tat löst landesweit Entsetzen aus – und befeuert die Debatte über Gewaltkriminalität in der ostafrikanischen Metropole.
Der ugandische Fußballprofi David Owori ist im Alter von 27 Jahren gestorben, nachdem mutmaßliche Räuber ihn in der Nähe seiner Wohnung in Kampala überfallen und mit Pflastersteinen auf ihn eingeschlagen hatten. Wie die „BBC“ berichtet, wehrte sich Owori gegen den Versuch der Angreifer, ihm sein Mobiltelefon und weitere Wertgegenstände zu rauben – woraufhin die Täter ihn lebensgefährlich verletzten und bewusstlos zurückließen.
Asan Kasingye, Sprecher von Oworis Klub SC Villa, bestätigte gegenüber Journalisten, dass der Spieler auf dem Weg zu seiner Wohnung im Stadtteil Makindye in einen Hinterhalt geraten sei. Owori wurde zunächst in eine nahegelegene Klinik gebracht und anschließend in eine private Einrichtung verlegt, wo er am Mittwoch seinen Verletzungen erlag.
SC Villa fordert Gerechtigkeit
Sein Verein SC Villa forderte in einer Pressemitteilung die Sicherheitsbehörden auf, die Verantwortlichen schnellstmöglich zu identifizieren und vor Gericht zu stellen. „Diese sinnlose Tat hat dem Verein und dem Land einen engagierten Kapitän und einen vielversprechenden Sportler geraubt – sie darf nicht unbeantwortet bleiben“, heißt es auf der Website des Klubs.
Zudem kündigte der SC Villa an, Oworis Familie in der schweren Zeit beizustehen und dem verstorbenen Kapitän eine würdige Verabschiedung zu ermöglichen. „Wir haben mehr als einen Spieler verloren – wir haben einen Anführer, einen Bruder und einen Freund verloren“, so der Verein.
Meistermacher und Nationalspieler
Owori galt als einer der profiliertesten Fußballer Ugandas. Der vielseitig einsetzbare Profi agierte sowohl als Rechtsverteidiger als auch im Mittelfeld und kehrte 2023 nach zwei Jahren in Europa zu SC Villa zurück. Dort avancierte er zu einer zentralen Figur der Mannschaft und führte den Rekordmeister 2024 zur ersten Meisterschaft seit 20 Jahren – dem insgesamt 17. Titel in der höchsten ugandischen Spielklasse. Sein Vertrag war bis Januar 2027 verlängert worden.
Auch in der Nationalmannschaft hinterließ der unter dem Spitznamen „Colgate“ bekannte Spieler Spuren: Er gehörte zum Kader der Cranes während der Qualifikation zum Afrika-Cup 2021 und galt als fester Kandidat für künftige Berufungen.
Oworis Tod erschüttert Uganda
Die Nachricht von Oworis Tod erschütterte Uganda weit über die Fußballszene hinaus. Das Parlament unterbrach am Mittwoch seine Sitzung für eine Schweigeminute zu Ehren des Verstorbenen und drängte auf eine zügige Aufklärung des Falls. Der ugandische Fußballverband FUFA würdigte Owori als „wahren Anführer auf und neben dem Platz“ und bezeichnete ihn als Inspiration für eine ganze Generation. Die Nationalmannschaft erklärte, sie habe einen Fußballstar verloren, der „die Hoffnungen“ des Landes getragen habe.
Polizeisprecherin Rachael Kawala teilte mit, dass der Tatort dokumentiert und gesichert worden sei, um sämtliche relevanten Beweismittel zu sichern. Die Ermittler verfolgten bereits konkrete Hinweise zur Identifizierung der Täter.
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In den sozialen Medien entlud sich derweil massive Wut über das Ausmaß der Straßenkriminalität in der ugandischen Hauptstadt. Erst wenige Wochen zuvor war mit dem Rugby-Nationalspieler Sydney Gongodyo ein weiterer prominenter Sportler in Kampala von einem Mob tödlich attackiert worden, wie die „BBC“ berichtet. Viele Ugander fordern nun ein entschiedenes Vorgehen der Behörden gegen die grassierende Gewalt. (red)
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