Medizinisches Personal transportiert einen Patienten in ein Ebola-Behandlungszentrum in der Provinz Ituri, Demokratische Republik Kongo. Foto: VNA.
Am 11. August gab die Regierung der Demokratischen Republik Kongo 4.381 bestätigte Ebola-Fälle und 2.011 Todesfälle bekannt. Dies ist der am schnellsten wachsende Ebola-Ausbruch, der jemals verzeichnet wurde, und der zweitschwerste in der Geschichte der Krankheit, nur übertroffen von der westafrikanischen Gesundheitskatastrophe der Jahre 2014–2016.
Obwohl sich Impfstoffe der neuen Generation als hochwirksam bei der Verhinderung der Virusausbreitung erwiesen haben, stoßen die Bemühungen lokaler Behörden und internationaler Organisationen zur Eindämmung der Epidemie weiterhin auf zahlreiche Hindernisse. Das Epizentrum des Ausbruchs liegt in östlichen Provinzen wie Nord-Kivu und Ituri, wo die Aktivitäten zahlreicher bewaffneter Gruppen die Region in ein gefährliches Kriegsgebiet verwandelt haben. Die eskalierende Gewalt behindert nicht nur die Impfbemühungen, sondern macht die Einsatzteams auch ständig zu Zielen von Angriffen der Rebellen.
Neben den Sicherheitsbedenken erschwert auch das stark marode Verkehrsnetz die Hilfsmaßnahmen. Viele Gemeinden leben in abgelegenen Gebieten, deren Straßen während der Regenzeit stark beschädigt oder überschwemmt sind. Der Transport von medizinischer Ausrüstung und Impfstoffen erfordert strenge Kühlbedingungen, und es dauert lange, bis das medizinische Personal die Patienten erreicht, was mitunter sogar zu deren vollständiger Isolation führt.
Die Situation verschärfte sich durch eine Streikwelle lokaler Gesundheitsfachkräfte. Viele Ärzte, Pflegekräfte und Rettungskräfte legten geschlossen die Arbeit nieder, um gegen ausstehende Löhne und unsichere Arbeitsbedingungen zu protestieren. Sie gaben an, seit Monaten keine Gefahrenzulage erhalten zu haben, während sie täglich der Gefahr einer Ansteckung und direkten Bedrohungen durch bewaffnete Gruppen ausgesetzt seien.
Vertreter der Weltgesundheitsorganisation warnen, dass sich der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo verlängern wird und die Gefahr einer Ausbreitung in Nachbarländer sehr real ist, wenn die Sicherheits-, Finanz- und Logistikprobleme nicht endgültig gelöst werden. Die Sicherheit des Gesundheitspersonals und eine angemessene Bezahlung gelten als entscheidend für die Eindämmung dieser Gesundheitskrise.