„Bei guter Gesundheit“
Aktualisiert am 14.08.2026, 15:44 Uhr

Der westafrikanische Sahel-Staat Niger wird seit einem Putsch im Juli 2023 von einer Militärjunta regiert. Der christliche US-Missionar Kevin Rideout wurde in der Hauptstadt Niamey entführt. (Archivbild)
© AFP/ISSOUF SANOGO
Der christliche US-Missionar Kevin Rideout wurde vor mehr als neun Monaten entführt und gefangen gehalten. Nun ist er wieder frei und „bei guter Gesundheit“.
Der vor mehr als neun Monaten im westafrikanischen Niger entführte christliche US-Missionar Kevin Rideout ist wieder frei. Der 50-Jährige sei freigelassen worden und befinde sich „bei guter Gesundheit“ in der Obhut von US-Vertretern, erklärte die evangelikale Missionsorganisation SIM International am Freitag. Er solle bald mit seiner Familie zusammenkommen.
Rideout wurde vor seinem Haus entführt
Rideout war nach Angaben von SIM International im Oktober 2025 vor seinem Haus in der Hauptstadt Niamey entführt worden. Nach Angaben eines örtlichen Journalistenverbands geschah dies nur wenige Straßen vom Präsidentenpalast entfernt in einem Viertel, in dem internationale Organisationen ihren Sitz haben. Laut „New York Times“ arbeitete Rideout seit 19 Jahren als Missionar im Niger und war für SIM auch als Pilot tätig.
Zeitweise wurde vermutet, dass Rideout von einem Ableger der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) im benachbarten Mali festgehalten wurde. Welche Gruppe ihn zuletzt in ihrer Gewalt hatte, blieb jedoch unklar.
Trump machte Rideouts Freilassung zur Priorität
Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hatte seine Freilassung zu einer Priorität ihrer Politik gegenüber den Sahel-Staaten gemacht. Das US-Außenministerium und die Behörden im Niger äußerten sich zunächst nicht zur Freilassung Rideouts.
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Im Niger wurden in den vergangenen Jahren mehrfach Menschen aus westlichen Staaten entführt. 2020 wurde der US-Missionar Philip Walton verschleppt und noch im selben Monat von US-Spezialkräften im Norden Nigerias befreit. Der 2016 entführte US-Entwicklungshelfer Jeffery Woodke kam 2023 frei.
Der westafrikanische Sahel-Staat Niger wird seit einem Putsch im Juli 2023 von einer Militärjunta regiert. Das Land wird seit Jahren von tödlicher Gewalt durch Dschihadistengruppen erschüttert, die mit dem Extremistennetzwerk Al-Kaida und dem IS in Verbindung stehen. Das Auswärtige Amt in Berlin warnt vor Reisen in den Niger und fordert deutsche Staatsangehörige auf, das Land zu verlassen. (afp/bearbeitet von nap)