Nach seiner Freilassung im Grenzgebiet hat Algerien den deutschen Staatsbürger Ulumaskan Sinan an die deutschen Behörden übergeben. Der Mann war zuvor im Nachbarland Niger von einer bewaffneten Gruppe verschleppt worden.

Algier – Die algerischen Behörden haben am Montag, dem 10. August 2026, den deutschen Staatsbürger Ulumaskan Sinan im Außenministerium in Algier an die deutsche Vertretung übergeben. Sinan war zuvor im Niger von einer bewaffneten ungenannten kriminellen Gruppe entführt worden. Die Übergabe erfolgte unter der Aufsicht des Generalsekretärs des algerischen Außenministeriums, Lounès Magramane, an den deutschen Botschafter in Algerien, Georg Felsheim.

Verlegung über Militärstützpunkt Boufarik

Wie Herr Magramane erklärte, sei die Freilassung das Ergebnis von Maßnahmen der algerischen Sicherheitskräfte unter der Leitung des Verteidigungsministeriums gewesen. Der Deutsche sei am Freitagabend über den algerischen Grenzstützpunkt In Guezzam übernommen und anschließend zum Militärflugplatz Boufarik nahe der Hauptstadt geflogen worden.

Nach seiner Ankunft habe die medizinische Versorgung des Mannes im Vordergrund gestanden. Die algerischen Stellen hätten die deutschen Behörden fortlaufend über die Entwicklungen informiert, um die diplomatische Abwicklung und die bevorstehende Rückreise nach Deutschland vorzubereiten.

Klare Haltung gegen Lösegeldzahlungen

Im Rahmen der Übergabe verwies der algerische Diplomatenvertreter auf die grundsätzliche Doktrin seines Landes im Umgang mit Entführungen. Algerien lehne jede Form von gewalttätigem Extremismus, kriminellen Handlungen sowie Lösegeldzahlungen strikt ab und setze sich auch international für deren Kriminalisierung ein. Die Stabilität der Nachbarländer bleibe eine Priorität der algerischen Außenpolitik unter Präsident Abdelmadjid Tebboune.

Der deutsche Botschafter Georg Felsheim sprach den algerischen Behörden seinen Dank für ihren Einsatz und die Koordination aus, die die sichere Rückkehr des Staatsbürgers ermöglichten. Auch Ulumaskan Sinan bedankte sich bei der algerischen Staatsführung und der Volksnationalarmee (ANP).

Die Grenzregion zwischen dem Niger und Algerien gilt aufgrund der Aktivitäten bewaffneter Gruppen und organisierter Kriminalität als risikobehaftet. Konkrete Angaben zu den genauen Identitäten der Entführer oder den genauen Umständen der Freilassung wurden von offizieller Seite nicht gemacht.