Kevin Rideout, ein US-amerikanischer Missionspilot, der im Oktober vergangenen Jahres in Nigers Hauptstadt Niamey entführt worden war, ist nach Angaben der christlichen Organisation, für die er tätig war, freigelassen worden und befindet sich in Obhut der USA.

‚Wir sind dankbar, bestätigen zu können, dass unser guter Freund und Bruder in Christus, Kevin Rideout, nach über neun Monaten Gefangenschaft freigelassen wurde‘, teilte die Organisation Serving In Mission (SIM) am Freitag in einer Erklärung mit.

‚Kevin ist bei guter Gesundheit und wird von US-Vertretern betreut‘, ergänzte SIM.

Rideout ist auf dem Weg in die USA und befand sich in Begleitung von Beamten des US-Bundeskriminalamts FBI, berichtete die New York Times, die am Donnerstag zuerst über den Fall berichtet hatte.

Die Zeitung erklärte zudem unter Berufung auf einen US-Vertreter, Rideout sei bei guter Gesundheit. Grundlage seien Lebenszeichen-Bilder, die US-Behörden in den vergangenen 48 Stunden erhalten hätten.

Das US-Außenministerium und das Weiße Haus reagierten außerhalb der regulären Geschäftszeiten nicht auf Bitten um eine Stellungnahme zu dem Bericht.

Reuters hatte im Oktober berichtet, der Missionar, der als Pilot für die evangelikale Missionsorganisation SIM tätig ist, sei auf dem Weg zum Flughafen von drei unbekannten Männern verschleppt worden. Reuters berief sich dabei auf einen nicht namentlich genannten Diplomaten, nannte Rideout jedoch damals nicht.

Die Entführer seien anschließend in Richtung der westlichen Tillaberi-Region Niger gefahren, wo islamistische Kämpfer aktiv sind, die dem Islamischen Staat und al-Qaida nahestehen.

Niger kämpft ebenso wie die Nachbarländer Mali und Burkina Faso seit mehr als einem Jahrzehnt gegen dschihadistische Aufstände.

Die USA gaben wenige Tage nach der Entführung eine Reisewarnung für Niger heraus und rieten ihren Bürgern unter Verweis auf Kriminalität, Unruhen, Terrorismus, Gesundheitsrisiken und Entführungen von Reisen in das Land ab.

Reuters hatte später im März berichtet, die USA drängten darauf, die nachrichtendienstliche Aufklärung im Nachbarland Mali wieder aufzunehmen. Ein Treiber sei auch das Interesse gewesen, den entführten Missionar zu finden, von dem damals angenommen wurde, er werde in Mali von dem lokalen al-Qaida-Ableger Jama’at Nusrat al-Islam wal-Muslimin (JNIM) festgehalten.

Nach Angaben der New York Times blieben Details dazu, wie und wo Rideout freikam, unklar. Ungewiss sei auch, welche Gruppe Rideout am Ende seiner Gefangenschaft festhielt, da er möglicherweise erst kürzlich verlegt worden sei, fügte die Zeitung hinzu.