Vermisst seit zwei Monaten
Aktualisiert am 17.08.2026, 10:12 Uhr

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Seit einem Wochenend-Trip nach Marokko fehlt vom britischen Leichtathletik-Trainer Leon Baptiste jede Spur. Der ehemalige Sprintstar ist seit rund zwei Monaten nicht erreichbar – Anrufe und Nachrichten bleiben unbeantwortet. Die Sorge in der Leichtathletik-Szene wächst.
Der 41-jährige Leon Baptiste, einst selbst erfolgreicher Sprinter und heute Trainer mehrerer britischer Spitzenathleten, gilt seit etwa zwei Monaten als vermisst. Wie der „Guardian“ berichtet, soll Baptiste mit engen Freunden für ein Wochenende nach Marokko gereist sein – entweder zu einem Junggesellenabschied oder einem Golf-Trip. Seitdem hat niemand mehr von ihm gehört.
Weder seine Athleten noch der britische Leichtathletikverband UK Athletics, der Baptiste als Berater am Stützpunkt Loughborough beschäftigt, konnten Kontakt zu ihm herstellen. Sämtliche Anrufe und Textnachrichten blieben ohne Reaktion. Ein ehemaliger Teamkollege sagte dem „Guardian“: „Er war immer ein ruhiger und besonnener Typ. Niemand weiß, was passiert ist. Das ist sehr beunruhigend.“
Schützling Dobson scheitert bei EM ohne seinen Trainer
Besonders spürbar ist Baptistes Abwesenheit für seinen Schützling Charlie Dobson, der bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris Bronze mit der Staffel über 4×400 Meter gewonnen hatte. Bei den gerade zu Ende gegangenen Europameisterschaften in Birmingham kam Dobson im 400-Meter-Halbfinale nicht über Platz vier hinaus – mit 45,18 Sekunden blieb er mehr als eine Sekunde über seiner persönlichen Bestzeit. Anschließend deutete er die schwierige Situation an und sprach von „interessanten acht Wochen“, ohne seinen Trainer direkt zu erwähnen.
In Baptistes Abwesenheit übernahm der frühere 400-Meter-Europameister und Staffeltrainer Martyn Rooney die Betreuung von Dobson. UK Athletics äußerte sich nicht zu dem Fall und verwies auf Vertraulichkeit. Laut dem „Guardian“ wurde auch die britische Botschaft in Rabat um eine Stellungnahme gebeten.
Vom Sprintstar zum gefragten Trainer
Baptiste blickt auf eine beachtliche Karriere zurück. Bereits mit 18 Jahren sicherte er sich bei den Junioren-Europameisterschaften 2003 in Finnland Gold über 100 Meter sowie mit der 100-Meter-Staffel. Seinen größten Triumph feierte er bei den Commonwealth Games 2010 in Delhi, wo er sowohl über 200 Meter als auch mit der Sprintstaffel die Goldmedaille holte.
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Eine schwere Knieverletzung zwang ihn jedoch zum Umdenken. Nach einer Operation verpasste er die Olympischen Spiele 2012 in London und erklärte 2014 seinen Rücktritt vom aktiven Sport. Danach wechselte er ins Trainerlager und formte unter anderem Dobson zu einem Medaillengewinner. (red)
Verwendete Quellen
Teaserbild: © Getty Images for Sporting Equals/John Phillips