Vorfall vor Somalia

Piraten kapern iranisches Schiff

31.03.2026Lesedauer: 2 Min.

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Eine Festnahme mutmaßlicher Piraten vor der ostafrikanischen Küste (Archivbild): Vor Somalia nimmt die Piraterie wieder zu. (Quelle: DB MoD France/dpa/dpa-bilder)

Kommt jetzt eine Rückkehr der Piraterie? Vor Somalia erregt derzeit die Entführung eines Schiffes unter iranischer Flagge Aufsehen. Das ist bisher zu dem Fall bekannt.

Piraten haben vor der Küste Somalias ein unter iranischer Flagge fahrendes Segelschiff gekapert. Zu dem Überfall kam es bereits am 24. März. Er ereignete sich etwa 400 Seemeilen östlich von Mogadischu, wie die EU-Marinemission Atalanta berichtete. Bei dem Schiff handelt es sich um eine sogenannte Dhow, ein traditionelles Segelboot.

Der Überfall erinnere an eine übliche Praxis der Piraten am Horn von Afrika: Zunächst werde ein Schiff als „Basis“ der Piratenaktivitäten entführt und damit dann Jagd auf größere Schiffe gemacht, hieß es. Deshalb sei im Umkreis von 200 Seemeilen Alarm für die Schiffe in der Region ausgelöst worden.

Zwei Kriegsschiffe der Atalanta-Mission haben seitdem die Bewegungen des entführten Schiffs überwacht, das sich den Angaben zufolge nun der somalischen Küste nähere. Atalanta sei in Kontakt mit den somalischen Sicherheitsbehörden, um Maßnahmen zur Befreiung des entführten Schiffs und seiner Besatzung zu treffen. Interpol und andere Sicherheitspartner seien informiert.

Vor allem in den frühen 2000er-Jahren grassierte Piraterie im Golf von Aden und im Indischen Ozean. Somalische Piraten kaperten sogar Containerschiffe und griffen ein Kreuzfahrtschiff an. Nach einer Phase relativer Stabilität nahm die Zahl der Überfälle vor Somalia in den vergangenen drei Jahren wieder zu. Sie erreichte aber bisher nicht das Ausmaß von 2008 und 2009.

Die Marinemission Atalanta wurde Ende 2008 als eine Reaktion auf die Piratenangriffe gegründet. Seitdem soll sie zum Schutz der Schifffahrt in der gefährdeten Region beitragen.