Die alten Ägypterinnen und Ägypter sind dafür bekannt, für ihre Gottheiten imposante Tempel zu errichten. Einige davon können bis heute bestaunt werden und offenbaren auch nach Jahrhunderten der Forschung immer noch neue archäologische Funde.

Archäologischer Fund an der „Horus-Straße“

Ein Türsturz aus der Regierungszeit Ramses’ II. und neue architektonische Befunde „enthüllen Geheimnisse des Horus-Tempels“, wie es in einer Mitteilung des Ägyptischen Ministeriums für Tourismus und Altertümer heißt. Zudem sollen die archäologischen Funde die Karte der militärischen „Horus-Straße“ neu zeichnen und die Hypothese zur Lage der verschollenen altägyptischen Stadt „Mesen“ stützen.

Horus war einer der ältesten und wichtigsten Götter im alten Ägypten. Er war der Himmelsgott, der Schutzgott des Königs und wurde meistens als Falke oder als Mann mit einem Falkenkopf dargestellt. Die nach ihm benannte Horus-Straße war eine bedeutende antike Militär- und Handelsstraße aus der Zeit des Neuen Reiches im alten Ägypten. Sie erstreckte sich vom Nildelta in Ägypten über die Sinai-Halbinsel bis in den Gazastreifen und nach Vorderasien.

Aktuell laufen ägyptische Ausgrabungen an Stätten, die mit der Horus-Straße in Verbindung stehen, so das Ministerium. Diese sollen dazu beitragen, die historische Bedeutung dieser Route und ihrer Stationen zu rekonstruieren. Dazu zählt auch die Stätte Tell Abu Seifi (Qantara-Ost), aus der die archäologischen Funde stammen.

Hinweise auf die verschollene Stadt „Mesen“

Die Entdeckungen werfen neues Licht auf die Geschichte der Stätte sowie auf ihre architektonische und militärische Entwicklung über verschiedene Epochen hinweg. So konnte bei den Ausgrabungen eine massive Lehmziegelmauer freigelegt werden, einschließlich ihrer Tore und Innenräume.

Dabei zeigte sich, dass es sich um die äußere Umfassungsmauer des Tempelbezirks und nicht um das eigentliche Tempelgebäude handelte. Diese Erkenntnis korrigiere frühere Interpretationen. Dr. Hisham El-Leithy, Generalsekretär des Obersten Rates für Altertümer, betonte, dass die neuen Befunde eine überzeugende archäologische und historische Hypothese stützen, welche die Stätte mit der altägyptischen Stadt „Mesen“ in Verbindung bringt.

Topaktuell

Wandel im Laufe der Zeit

Zudem gibt es neue Hinweise darauf, wie lange die Tempelanlage aktiv genutzt wurde. Die Forschenden haben die Überreste zweier aufeinanderfolgender Steinwege identifiziert, die in den Tempel führten. Der erste stammte aus der ptolemäischen Zeit, der zweite, schmalere Weg lag darüber und stammte aus der römischen Zeit.

Der Tempel erreichte den Höhepunkt seiner architektonischen Pracht in der ptolemäischen Zeit, bevor Teile des Areals im dritten Jahrhundert nach Christus für den Bau militärischer Kasernen umgenutzt wurden. In der späten Römerzeit wurde die Stätte in einen Kalkbrennplatz umgewandelt. Es wurden zwei massive Rundöfen freigelegt, in denen Spuren von gebranntem Kalkstein identifiziert wurden.

Eine bedeutende Inschrift

Auch Überreste des Tempels selbst wurden freigelegt. So wurden eine Reihe von Lagerräumen an der Nordseite und größere Wirtschaftsräume an der Südseite identifiziert. Einer der wichtigsten archäologischen Funde waren die Überreste eines massiven Sandstein-Türsturzes.

Dieser ist in zwei Teile zerbrochen und an drei Seiten mit Inschriften versehen. Er trägt die Titel von König Ramses II. sowie eine Inschrift, die sich auf Restaurierungsarbeiten an der Statue der Gottheit „Horus, Herr von Mesen“ bezieht. Damit liefert er entscheidende Hinweise auf die verschollene Stadt.

Quelle: Facebook/@‎Ministry of Tourism and Antiquities وزارة السياحة والآثار‎

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