Nach dem schweren Busunglück in der Provinz Boumerdès ist die Zahl der Todesopfer auf 27 gestiegen. Präsident Abdelmadjid Tebboune ordnete eine dreitägige Staatstrauer an, während die Sicherheitsbehörden die Ursache der Tragödie untersuchen.

Algier – Bei einem schweren Verkehrsunfall in der algerischen Küstenprovinz Boumerdès sind am Freitag 27 Menschen ums Leben gekommen. Weitere 42 Personen wurden verletzt, wie Nassim Bernaoui, stellvertretender Direktor für Statistik und Information bei der Generaldirektion für Zivilschutz, mitteilte. Zuvor hatten die Behörden von 25 Todesopfern und 44 Verletzten gesprochen.

Der Unfall ereignete sich am Freitagmorgen in Berrahmoune El-Karma in der Provinz Boumerdès. Ein Reisebus kam dort von der Fahrbahn ab und stürzte in eine Schlucht. Die genauen Umstände des Unglücks sind bislang ungeklärt. Nach Angaben von Innenminister Saïd Sayoud haben die Sicherheitsbehörden Ermittlungen aufgenommen, um den Unfallhergang aufzuklären.

Nach Informationen der Tageszeitung El Watan war der in El Eulma (Provinz Sétif) gestartete Bus mit insgesamt 69 Menschen besetzt, darunter zahlreiche Familien mit Kindern sowie ältere Reisende. Die Gruppe befand sich auf dem Weg zu den Stränden von Boumerdès. Rettungskräfte des Zivilschutzes sowie der Nationalen Volksarmee brachten die Verletzten in Krankenhäuser in Boumerdès, Thénia und Algier. In mehreren Städten folgten zahlreiche Bürger Aufrufen in den sozialen Medien und spendeten Blut für die Verletzten.

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Ermittlungen zur Unfallursache laufen

Die Behörden haben bislang keine Angaben zur Ursache des Unglücks gemacht. Nach Informationen von El Watan untersuchen die Ermittler unter anderem, warum der Bus eine steile Gefällstrecke befuhr, die nach Angaben der Zeitung für schwere Nutzfahrzeuge gesperrt ist. Zudem werde geprüft, ob technische Defekte, überhöhte Geschwindigkeit oder weitere Faktoren zu dem Unfall beigetragen haben könnten. Eine offizielle Bestätigung hierzu liegt bislang nicht vor.

Der Präsident des Nationalen Verbands algerischer Transportunternehmer (UNAT), Brahim Ould El Amri, forderte nach dem Unglück Verbesserungen an der Straßeninfrastruktur. Er verwies unter anderem auf aus seiner Sicht unzureichende Sicherheitsvorkehrungen auf dem betroffenen Streckenabschnitt.

Präsident ordnet Staatstrauer an

Präsident Abdelmadjid Tebboune sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus und ordnete eine dreitägige Staatstrauer an. Während dieser Zeit werden die Nationalflaggen landesweit auf Halbmast gesetzt. In seiner Kondolenzbotschaft erklärte Präsident Tebboune, die Justiz werde nach Abschluss der Ermittlungen konsequent gegen mögliche Verantwortliche vorgehen.

Auf Anweisung des Präsidenten reiste Premierminister Sifi Ghrieb noch am Freitag gemeinsam mit Innenminister Saïd Sayoud, Gesundheitsminister Mohamed Seddik Aït Messaoudane sowie weiteren Regierungsvertretern nach Boumerdès. Er besuchte zunächst den Unfallort und anschließend mehrere Krankenhäuser in Boumerdès und Algier, um sich über den Zustand der Verletzten und deren medizinische Versorgung zu informieren.

Nach Angaben des Büros des Premierministers sicherte Ghrieb den Verletzten und den Familien der Opfer die volle Unterstützung des Staates zu. Alle personellen, materiellen und logistischen Mittel seien mobilisiert worden, um die medizinische, psychologische und soziale Betreuung sicherzustellen. Zugleich appellierte er an Transportunternehmen und Fahrer, die Straßenverkehrsordnung strikt einzuhalten. „Das Leben der Ihnen anvertrauten Fahrgäste liegt in Ihrer Verantwortung“, erklärte der Premierminister.

Das Busunglück zählt zu den schwersten Verkehrskatastrophen in Algerien der vergangenen Jahre. Die Ermittlungen der Sicherheitsbehörden dauern an.

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