Über Jahrtausende verschwand die legendäre Stadt Mesen fast spurlos aus der Geschichte. Nun könnte ein archäologischer Fund im Sinai genau dieses Rätsel lösen. Bei Ausgrabungen in Tell Abu Saifi stießen Forscher*innen auf Überreste, die stark auf die verschollene Stadt hindeuten.
Archäologischer Fund: Die verlorene Stadt
Die aktuelle Grabungssaison in der Region Ismailia konzentrierte sich zunächst auf eine massive Lehmziegelmauer. Bei genauerer Untersuchung stellte sich heraus, dass es sich dabei nicht um den eigentlichen Tempel handelte. Vielmehr bildete die Mauer die äußere Umfassung der gesamten religiösen Anlage und korrigierte damit frühere Annahmen über den ursprünglichen Grundriss der Stätte, wie Daily News Egypt berichtet.
Die Forscher*innen entdeckten die Hälfte eines massiven Sandstein-Türsturzes, der in zwei Teile zerbrochen war. Auf drei Seiten trägt der Stein die Titel von König Ramses II und enthält zusätzlich eine Inschrift zu Restaurierungsarbeiten an einer Statue des Gottes „Horus, Herr von Mesen“. Genau dieser archäologische Fund liefert nun die entscheidenden Hinweise auf die verlorene antike Stadt Mesen.
Topaktuell
Weiter Ausgrabungen sollen folgen
Neben dem Türsturz identifizierten die Wissenschaftler*innen auch die Überreste zweier aufeinanderfolgender Straßen. Der ältere Weg stammt aus ptolemäischer Zeit, eine schmalere Straße aus römischer Epoche wurde später darübergebaut. Zudem legte das Team Lagerräume im Norden sowie größere Versorgungsräume im Süden der Anlage frei. Das eigentliche Heiligtum wurde offenbar erst in spätrömischer Zeit durch Steinbrucharbeiten weitgehend zerstört, wie der archäologische Fund nun zeigt.
Minister Sherif Fathy ordnet laut Daily News Egypt die Bedeutung dieser Entdeckungen für die Region klar ein: Sie dokumentierten die strategische Rolle des Gebiets beim Schutz der östlichen Grenzen Ägyptens. Trotz aller vielversprechenden Hinweise bleibt die endgültige Bestätigung jedoch noch offen. Hisham El-Leithy vom Obersten Rat für Altertümer betont, dass weitere Beweise nötig seien, um die Identität der Stätte zweifelsfrei zu klären. Die Ausgrabungen sollen deshalb fortgesetzt werden.
Quelle: Daily News Egypt
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