Eine Flasche des Impfstoffes Ervebo gegen Ebola steht auf einem Tisch.

Stand: 20.08.2026 • 17:12 Uhr

Im Kampf gegen Ebola bekommt die DR Kongo 70.000 Dosen des Impfstoffs Ervebo. Unklar ist, ob er gegen die vorherrschende Bundibugyo-Virusvariante wirkt. Eine klinische Studie soll das klären.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat angekündigt, 70.000 Dosen des Impfstoffs Ervebo in die DR Kongo zu schicken, um die Eindämmung des aktuellen Ebola-Ausbruchs zu unterstützen. Für die vorherrschende Virusvariante Bundibugyo gibt es bislang noch keinen zugelassenen Impfstoff. Ervebo habe sich in der Vergangenheit aber als effektiv bei anderen Ebola-Ausbrüchen erwiesen, heißt es von der WHO.

Impfstoff könnte helfen

Den Angaben zufolge deuten Labor- und Tierdaten darauf hin, dass der Ervebo-Impfstoff einen Schutz bieten könnte. Mit der Entsendung der 70.000 Impfdosen sei die WHO einer Bitte der kongolesischen Regierung nachgekommen. Die Impfdosen sollten demnach ab Montag verabreicht werden.

50.000 Impfdosen für den Gesundheitssektor

Laut WHO sollen 20.000 der 70.000 Dosen für die dritte Testphase einer klinischen Studie verwendet werden, um zu verstehen, wie der Impfstoff gegen das Bundibugyo-Virus wirkt. Die anderen Dosen würden Einsatzkräften und Mitarbeitenden im Gesundheitssektor zur Verfügung gestellt, die an vorderster Front tätig sind.

Was ist der Ervebo-Impfstoff?

Ervebo ist ein Lebendimpfstoff, das heißt, er enthält eine geringe Menge abgeschwächter, aber lebendiger, reproduktionsfähiger Krankheitserreger. Der Impfstoff wird einmalig verabreicht, heißt es von UNICEF. Er könne sogar nach dem Kontakt mit dem Ebolaerreger noch einen gewissen Schutz bieten, heißt es weiter. Daher werde Ervebo reaktiv während eines Ebola-Ausbruchs eingesetzt.

Der Impfstoff ist nach Angaben von UNICEF erstmals bei dem Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo 2018 bis 2020 bei den Kontaktpersonen von Ebola-Infizierten der Zaire-Variante eingesetzt worden.

Ervebo wird nicht in der Breite eingesetzt

Ervebo wirke auch präventiv, werde aber bislang nicht in der Breite eingesetzt. Nur die Personen mit dem höchsten Ebolarisiko – Gesundheitspersonal und Kontaktpersonen von Infizierten – werden laut UNICEF mit Ervebo geimpft.

Der Schutz gegen Ebola ist bei Ervebo mit einer Wirksamkeit von über 97,5 Prozent sehr hoch. Im Falle einer Ansteckung sorge der Impfstoff in der Regel für einen deutlich milderen Verlauf der Erkrankung, so UNICEF.

Mehr als 2.400 Ebola-Tote

Beim aktuellen Ausbruch im Kongo sind nach Angaben des kongolesischen Gesundheitsministeriums mehr als 2.400 Menschen gestorben, insgesamt gibt es demnach mehr als 5.200 Infektionen.

Noch nie zuvor soll sich das Ebola-Virus bei einem Ausbruch so schnell ausgebreitet haben. Der Ausbruch wurde Mitte Mai offiziell bekanntgegeben.