Piraten haben erneut ein Schiff vor der Küste Somalias gekapert. Wie ein Behördenvertreter der Nachrichtenagentur AP mitteilte, wurde die unter kamerunischer Flagge fahrende M/V Lutuf vor der Küste der halb autonomen Region Puntland geentert und von den Angreifern in Richtung der Gewässer vor der Region Nugaal gebracht.
Bei der Fracht habe es sich überwiegend um Waffen aus der Türkei gehandelt, die für eine Trainingseinrichtung des türkischen Militärs in Mogadischu gedacht gewesen seien. An Bord habe sich zudem Kommunikations- und Satellitenausrüstung befunden. Aus der Türkei lag zunächst keine Stellungnahme vor.
Der Angriff ereignete sich den Angaben des Behördenvertreters zufolge bereits am Montag. Das Schiff gehört demnach dem Unternehmen Polar Movement Shipping. Die Besatzung bestand den Angaben zufolge aus sechs Indern, einem Türken, einem Georgier und zwei serbischen Sicherheitskräften.
Piraterie vor Somalia hat wieder zugenommen
Acht Piraten sollen den Angaben nach an dem Angriff beteiligt gewesen sein. Sie gehören offenbar zu einer Gruppe, die bereits am 26. April an der Entführung der M/V Sward beteiligt gewesen sein soll. Der somalische Behördenvertreter berichtete von einem späteren Luftangriff im Umfeld des Schiffs, dessen Umstände und Folgen jedoch zunächst unklar blieben. Der Status des Schiffs und seiner Besatzung war zunächst ungeklärt.
Piraterie war vor der Küste Somalias in den 2000er-Jahren weitverbreitet und erreichte im Jahr 2011 mit Hunderten Angriffen ihren Höhepunkt. Durch internationale Militäreinsätze und neue Schutzmaßnahmen der Reedereien ging die Zahl der Überfälle in der Folge drastisch zurück. Seit Mitte letzten Jahres sind somalische Piraten jedoch wieder vermehrt aktiv. Erst vor wenigen Tagen war nach Angaben der britischen Seefahrtsbehörde UKMTO ein Tanker gekapert worden.
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