27 Jahre lang leistete das Tanklöschfahrzeug der FF Haus treue Dienste, mittlerweile kommt es bei der Brandbekämpfung in einem Naturreservat in Ostafrika zum Einsatz.

Das ist nicht nur äußerst nachhaltig, sondern dient auch einem guten Zweck. Knapp drei Jahrzehnte versah ein Feuerwehrauto treu seinen Dienst im Ennstal, war anschließend noch zehn Jahre in Deutschland „tätig“ – und kommt jetzt in einem afrikanischen Naturreservat bei der Bekämpfung von Vegetationsbränden zum Einsatz.

Aber der Reihe nach und im Detail. In den 1980ern entwickelte das steirische Unternehmen Lohr den TLFA 4000 „Hurrikan“. Der Prototyp dieses Tanklöschfahrzeugs wurde 1988 auf der Interschutz Hannover – bis heute die Weltleitmesse für das Feuerwehrwesen – vorgestellt. 1989 ging dieser Prototyp an die Freiwillige Feuerwehr Haus im Ennstal.

1 / 7

Neuer Dienstort inmitten von Löwen und Giraffen für das ehemalige Fahrzeug der FF Haus im EnnstalNeuer Dienstort inmitten von Löwen und Giraffen für das ehemalige Fahrzeug der FF Haus im Ennstal © EFRSAVia Deutschland nach Afrika

Dort war er 27 Jahre lang Teil des Fuhrparks, 2016 wurde er an ein Institut für Brandforschung in Deutschland verkauft. Heuer ging es für das Fahrzeug per Schiff nach Kenia, wo es diesen Monat eintraf und künftig bei der Bekämpfung von Vegetationsbränden im Naturreservat Soysambu zum Einsatz kommen soll. Dass ihr einstiges Fahrzeug nach so langer Zeit weiterhin wertvolle Dienste leistet, freut die Hauser Florianijünger. „Das ist schon eine besondere Geschichte“, meint Kommandant Rudolf Schaflinger.

Nach Kenia gebracht hat das TLFA die deutsche Hilfsorganisation European Fire & Rescue Support Association (EFRSA), die überall dort, wo es keine funktionierenden Feuerwehr- und Rettungsdienststrukturen gibt, deren Aufbau unterstützt. Der Schwerpunkt der Arbeit des Vereins – die neben der Erarbeitung von Konzepten sowie Ausbildung und Training auch die Beschaffung von Ausrüstung, etwa Fahrzeugen, umfasst – liegt auf Ostafrika.

Wo Feuerwehr fehlt, bauen wir sie auf.

— Leitbild der EFRSAMit Gartenschläuchen gegen Buschbrände

Das Schutzgebiet Soysambu ist Teil des kenianischen Seensystems im Großen Afrikanischen Grabenbruch, das UNESCO-Weltnaturerbe ist. Neben Menschen in kleinen Dörfern leben hier auch mehr als 12.000 Tiere, etwa eine der weltweit größten Populationen der stark gefährdeten Rothschild-Giraffe.

Regelmäßig brechen im Naturreservat Vegetationsbrände aus, denen die Ranger bislang mit völlig unzureichenden Mitteln zu Leibe rücken mussten. Mehr als auf Geländewagen montierte 1000-Liter-Tanks, kleine Pumpen und Gartenschläuche standen ihnen nicht zur Verfügung.

1 / 7

Von 1989 ...Von 1989 … © FF Haus im EnnstalTLFA soll zum Gamechanger werden

Größtenteils stumpfe Waffen – das EFRSA-Projekt, in dessen Rahmen das ehemalige Einsatzfahrzeug der FF Haus ins Naturreservat gebracht wurde, verspricht Abhilfe. Aktuell ist ein Ausbilderteam vor Ort und unterweist die Ranger im Umgang mit dem TLFA. Auf dass der Neo-Afrikaner mit Ennstaler Migrationshintergrund künftig zum Gamechanger im Kampf gegen Buschbrände wird.