„Augenheilkunde in Ruanda“ lautet der Titel eines Vortrags, der am Donnerstag, 3. September, in Uedem stattfindet. Augenarzt Stephan Irle und seine Frau Silke berichten dann von ihren Einsätzen in dem ostafrikanischen Land, in dem sie seit 2021 Menschen vor dem Erblinden bewahren. „In Ruanda erblinden viel mehr Menschen als in Deutschland und vor allem viel jüngere Menschen als bei uns“, erläutert Stephan Irle, „dabei wäre die Ursache der Blindheit in den meisten Fällen vermeidbar.“
In mehr als der Hälfte der Fälle ist nämlich eine Augenkrankheit namens „Katarakt“, landläufig auch bekannt als „Grauer Star“, die Ursache dafür, dass Menschen in Ruanda ihr Augenlicht verlieren. Dabei ist die Krankheit in der Regel gut behandelbar – es genügt ein kurzer operativer Eingriff, damit die Menschen wieder sehen können. „Aber in Ruanda fehlen dazu drei Dinge: das Personal, die Infrastruktur und die finanziellen Ressourcen“, berichtet Stephan Irle. Er und seine Frau wollen dazu beitragen, diese Situation zu verbessern.
Ein halbes Jahr im Ehrenamt
Silke und Stephan Irle leben in Sonsbeck und arbeiten eigentlich beide in der Augenklinik Duisburg-Walsum – Stephan Irle als Augenarzt, Silke Irle als Assistentin im Augen-OP-Team. Etwa die Hälfte ihrer jährlichen Arbeitszeit verbringt das Ehepaar allerdings mit ehrenamtlicher Tätigkeit in einer ruandischen Augenklinik nahe der Hauptstadt Kigali.
Der Hintergrund: In Deutschland erkranken in der Regel ältere Menschen am Grauen Star und finden recht schnell eine Möglichkeit, sich behandeln zu lassen. In Ruanda hingegen leiden bereits viele junge Menschen an der Krankheit und die meisten von ihnen haben kaum eine Chance auf eine gute Behandlung, denn es gibt viel zu wenige Augenärzte.
Auch als christliche Missionare der FeG tätig
Zusammen mit anderen Mitstreitern möchte das Paar daher dazu beitragen, dass sich die augenmedizinische Versorgung in Ruanda verbessert. „Es braucht unter anderem mehr Operateure und eine bessere Infrastruktur“, sagt Stephan Irle. Deshalb engagieren sich die Irles in der Ausbildung solcher Operateure in Ruanda. Unterstützung erhalten sie dabei vom Deutschen Blindenhilfswerk und der Augenklinik in Walsum, aber auch von der Allianzmission und von der Freien evangelischen Gemeinde Uedem, in der die beiden Mitglied sind.
Denn Silke und Stephan Irle sind nicht nur mit medizinischem Auftrag, sondern auch als christliche Missionare in Afrika tätig. Bei ihrem Vortrag in Uedem werden Silke und Stephan Irle begleitet von ihrem Kollegen Irénée Kalisa, einem belgischen Augenarzt mit ruandischer Herkunft, der viele Details des afrikanischen Gesundheitswesens kennt und sich als Brückenbauer zwischen Europa und Ruanda versteht.
Der Vortrag „Augenheilkunde in Ruanda – unterwegs als Missionare im 21. Jahrhundert“ findet statt am Dienstag, 3. September, im Gemeindehaus der Freien evangelischen Gemeinde Uedem, Am roten Berg 1. Beginn ist um 19.30 Uhr. Der Eintritt ist frei.