China hat drei Kriegsschiffe vor Somalia entsandt. An Bord sind zwei Hubschrauber und mehr als 700 Soldaten. Fast zeitgleich bereiten afrikanische Staaten eine gemeinsame Eingreiftruppe vor. Sie soll gegen neue Piratenangriffe im westlichen Indischen Ozean und im Golf von Aden vorgehen, berichtet „Business Insider Africa„.

Die chinesische 49. Begleitflotte ist auf dem Weg in die Gewässer vor Somalia. Zu dem Verband gehören der Lenkwaffenzerstörer Kunming, die Lenkwaffenfregatte Yueyang und das Versorgungsschiff Luomahu. Der Flottenverband war am 12. August aus Sanya ausgelaufen, so der staatliche chinesische Sender CGTN.

Die Schiffe übernehmen den Einsatz von Chinas bisherigem Geleitverband und setzen die seit Jahren bestehende Marinepräsenz des Landes fort. Nach der Rangliste von Global Firepower verfügt Peking 2026 über die drittstärksten konventionellen Streitkräfte der Welt – hinter den USA und Russland. Bei den Atomwaffen liegt China hingegen noch deutlich hinter den beiden führenden Nuklearmächten.

China verstärkt Marineeinsatz vor Somalia

Peking begleitet seit 2008 regelmäßig Handelsschiffe im Golf von Aden und vor Somalia. Für den Zerstörer Kunming ist es der erste Geleitschutzauftrag in diesem Seegebiet. Die Flotte kann Angriffe abwehren, Hubschrauber einsetzen und lange im Einsatz bleiben.

Das Einsatzgebiet liegt an einer der wichtigsten Seerouten der Welt. Es verbindet den Indischen Ozean mit dem Roten Meer und weiter mit dem Suezkanal. Ein großer Teil des Welthandels läuft über diesen Korridor. Angriffe auf Schiffe in dieser Region treffen deshalb nicht nur Reedereien, sondern auch Lieferketten weit über Afrika und den Nahen Osten hinaus.

Afrika plant Taskforce gegen Piraterie

Parallel dazu haben sich die Staaten des Dschibuti-Abkommens auf eine gemeinsame Taskforce gegen Piraterie geeinigt. Dem Regionalpakt gehören Länder an, die ihre Zusammenarbeit gegen Überfälle auf Schiffe vor Ostafrika abgestimmt haben. Die neue Eingreiftruppe soll Einsätze gegen Piraterie und bewaffnete Überfälle auf See koordinieren.

Der Vorsitzende des Zusammenschlusses, Metse Ralephenya, sprach dazu mit dem Nachrichtenportal „Eastleigh Voice„. Er ist der Ansicht, dass „die zugrunde liegenden Bedingungen, die Piraterie ermöglichen, noch nicht vollständig beseitigt worden sind“. Zudem brauche maritime Sicherheit „anhaltende Wachsamkeit, stärkere regionale Eigenverantwortung und Zusammenarbeit unter den Küstenstaaten“.

Neue Piratenangriffe im Golf von Aden

Die Taskforce ist noch nicht einsatzbereit. Weder die endgültige Zusammensetzung noch Zahl und Art der Schiffe stehen bisher fest. Nach den Plänen soll sie bestehende internationale Missionen ergänzen und nicht doppeln. In der Region patrouillieren bereits eine US-geführte Flottenkoalition, ein eigener Anti-Piraterie-Verband und die EU-Mission Atalanta.

Grund sind neue Überfälle auf Schiffe im westlichen Indischen Ozean und im Golf von Aden, nachdem die Piraterie dort über Jahre zurückgegangen war. Zugleich wächst die Sorge um Seeleute, die Piraten auf mehreren Schiffen festhalten. Laut „Business Insider Africa“ fordert der Zusammenschluss ihre sofortige und bedingungslose Freilassung.