In Baba 1, in der Nordwestregion Kameruns, setzen Schwestern ihren Dienst in einer von Armut, Unsicherheit und Konflikten geprägten Umgebung fort und bieten den Bedürftigsten medizinische Versorgung, Unterstützung und Hoffnung.
Außerhalb von Hanoi, im Norden Vietnams, verkünden die Schwestern der „Kongregation von der Liebe zum Heiligen Kreuz“ die Liebe Gottes, um die Menschenwürde der am stärksten …
von Sr. Kum Shallotte Bi SUSC
In dem abgelegenen Dorf Baba 1, einer ländlichen Gemeinde in der Nordwestregion Kameruns, leben und arbeiten die „Sisters of the Holy Union of the Sacred Hearts“ (SUSC) seit den 1960er Jahren unter den Menschen. Baba 1 ist seit langem geprägt von extremer Armut, schlechter Straßenanbindung, begrenzter Stromversorgung, unsicheren Wasserquellen, hoher Analphabetenrate und Unterernährung, insbesondere bei Kindern.
Bei den Menschen bleiben
In den letzten Jahren hat der anhaltende bewaffnete Konflikt diese Probleme noch verschärft. Unsicherheit, zahlreiche Entführungen und vorzeitige Todesfälle sind Teil des Alltags geworden. Die Schwestern haben sich entschieden zu bleiben, auch wenn die Herausforderungen zunehmen und die Bedingungen immer härter werden. Trotz der asphaltierten Nationalstraße und einer bescheidenen Verbesserung der Ernährung der Kinder bestehen die grundlegenden Probleme fort.
Die SUSC ist nach wie vor die einzige Ordensgemeinschaft in dieser Region. Sie könnten durchaus die Worte des Psalmisten wiederholen: „Wie lange noch, Herr, vergisst du mich ganz?“ (Psalm 13,1). Und doch stehen die Schwestern jeden Morgen neu auf, um dem Hilferuf derer zu folgen, die auf sie angewiesen sind. Was hält sie dort, wenn so viele andere fliehen? Die Antwort liegt in den Gesichtern, die sie jeden Tag begrüßen: eine ältere Frau, die medizinische Versorgung benötigt, eine schwangere Frau in den Wehen, die auf eine sichere Entbindung wartet, ein Kind mit Krampfanfällen, das dringend Hilfe braucht, ein Mann, der nach einem Unfall blutet, Familien, die von Verlust und Unsicherheit überwältigt sind und Trost suchen, Arbeiter, die für ihren täglichen Lebensunterhalt auf sie angewiesen sind, und junge Menschen, die nach Orientierung durch ihr Vorbild suchen.
Diese tägliche Realität spiegelt die Mahnung des Evangeliums wider: „Was ihr für einen dieser Geringsten nicht getan habt, das habt ihr auch mir nicht getan“ (Mt 25,45). Diese engagierten Schwestern von Baba 1 können sich von diesen Gesichtern Christi nicht abwenden. Das Vertrauen, das die Dorfbewohner in sie setzen, wird sowohl zum Kreuz als auch zum Segen – eine konkrete Verfügbarkeit, die sie bei ihrer Ordensprofess versprochen haben.
Mitarbeiter des katholischen Zentrums „Saint Monica“ zusammen mit einigen Schwestern der „Holy Union“ – Kamerun. Foto: Sr. Morin Achale
Dienst durch Gesundheitsversorgung und karitative Arbeit
Die Gesundheitsversorgung steht in Baba 1 nach wie vor im Mittelpunkt ihres Auftrags. Die Arbeit im „Saint Monica Catholic Medical Center“ ist herausfordernd. Viele Menschen in der Gemeinde können sich die dringend benötigten medizinischen Dienste nicht leisten, werden aber dennoch behandelt. Darüber hinaus ist die Gewinnung von qualifiziertem medizinischem Personal ein ständiger Kampf. Nur sehr wenige sind bereit, in einem derart unsicheren und unterversorgten Umfeld zu arbeiten, und diejenigen, die kommen, verlangen Gehälter, die weit über das hinausgehen, was sich die Gemeinde leisten kann. Das Paradoxon ist offensichtlich: Wie lässt sich die unentgeltliche Versorgung der Armen mit der Sicherung der finanziellen Mittel zur Bezahlung von Fachpersonal vereinbaren?
Die Antwort liegt in einer der Wesenszüge der Kongregation: der Nächstenliebe. Ihr Auftrag ist tätige, mitfühlende Nächstenliebe. Es handelt sich nicht um Nächstenliebe als bloßes Gefühl, sondern um Nächstenliebe als radikales Bekenntnis zum Dienst, ohne Mühen zu scheuen.
Mütter und Babys warten darauf, behandelt zu werden. Foto: Sr. Lontum Matilda SUSC
Ein Zeugnis der Hoffnung
Die Dorfbewohner haben sich weder dafür entschieden, unter diesen Bedingungen geboren zu werden, noch haben sie sich den Konflikt ausgesucht, der nun ihr Leben prägt. Die Anwesenheit der Schwestern ist ein einfacher Versuch, das Licht Christi dort leuchten zu lassen, wo die Dunkelheit überhandzunehmen droht. Manchmal schleicht sich Furcht ein, und Durchhaltevermögen scheint unmöglich. Doch die Worte des heiligen Paulus bleiben eine Quelle der Inspiration: „Meine Gnade genügt dir; denn die Kraft wird in der Schwachheit vollendet“ (2 Kor 12,9). Manchmal schöpfen die Schwestern Kraft aus der Widerstandsfähigkeit der Menschen, denen sie helfen. Deren Mut und ihre Fähigkeit, inmitten von Widrigkeiten weiter zu hoffen, wirken auch auf sie selbst glaubensbestärkend. Dies erinnert daran, dass Mission niemals ein einseitiges Geschenk ist, sondern ein gemeinsamer Weg.
Ein Mitarbeiter versorgt einen älteren Mann mit einer Wunde. Foto: Sr. Shallotte Kum
Das geweihte Leben, wie es in Baba 1 gelebt wird, ist keine Flucht vor der Realität, sondern ein tiefes Eintauchen in sie. Die Ordensgelübde rufen die Schwestern dazu auf, sich historischen Herausforderungen zu stellen und das Leben dort zu verteidigen, wo es am stärksten bedroht ist. In Baba 1 bedeutet dies, Präsenz dem Komfort und Treue der Sicherheit vorzuziehen. Die Probleme, die die Schwestern täglich bewältigen müssen, spornen sie dazu an, den Weg der Bekehrung zum Herzen Christi einzuschlagen. Durch unauffällige Taten der Nächstenliebe versuchen sie, die Lasten zu erleichtern: ein sicher zur Welt gebrachtes Baby, das Fieber eines Kindes gesenkt, eine Wunde fachgerecht versorgt, eine Familie beruhigt, Arbeiter fair entlohnt, ältere Menschen betreut und junge Frauen begleitet. Die Schwestern lassen sich zudem von Mutter Teresa von Kalkutta inspirieren, die so gut verstanden hat, dass wahre Kraft aus dem Dienst an den Armen entsteht. Während viele Menschen in der Welt behaupten, dass Glück Komfort erfordert und ein gutes Leben Leid vermeidet, bezeugen die Schwestern in Baba 1, dass Freude mit Not zusammen existieren kann und ein erfülltes Leben die Annahme des Kreuzes beinhalten kann.
Ihre Berufung als Ordensfrauen findet ihren tiefsten Ausdruck in diesem zerbrechlichen, herausfordernden und gnadenreichen Auftrag. Wenn Ordensfrauen die Gelübde der Keuschheit, der Armut und des Gehorsams ablegen, verpflichten sie sich zu einer radikalen Verfügbarkeit für Gottes Pläne. Diese Verfügbarkeit führt sie immer wieder an unerwartete Orte. Die Schwestern halten an der Hoffnung fest, dass die Menschen in Baba 1 und alle vom Konflikt betroffenen Gemeinschaften eines Tages wieder in Frieden und Sicherheit leben werden. Der heilige Paulus bekräftigt in seinem Brief an die Römer, dass diese Hoffnung nicht enttäuscht (Röm 5,5). Möge Gott, der sein Volk in Christus stärkt, weiterhin in und durch sie zu seiner größeren Ehre wirken.
(vatican news)