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Uns auf Google folgenBlicken positiv auf die Zukunft Gabuns: Honorarkonsul Olaf Meister und Botschafterin Johanna Rose Mamiaka. Blicken positiv auf die Zukunft Gabuns: der Offenbacher Honorarkonsul Olaf Meister und Botschafterin Johanna Rose Mamiaka. © Privat

Der Offenbacher Rechtsanwalt Olaf Meister ist seit über zehn Jahren Honorarkonsul von Gabun. Nun begeht das kleine Land seinen Nationalfeiertag – und blickt optimistisch in die Zukunft.

Offenbach – Wenn am Montag das im Westen Zentralafrikas gelegene Gabun seinen 66. Nationalfeiertag begeht, dann wird in Offenbach mitgefeiert: Olaf Meister, Rechtsanwalt und Notar, ist seit über zehn Jahren der erste und einzige Honorarkonsul des rund 2,4 Millionen Menschen großen Landes. Und er sieht den kleinen Staat am Äquator auf dem richtigen Weg, nachdem die jahrzehntelang diktatorisch regierende Herrscherfamilie Bongo im August 2023 vom Militär per Putsch entmachtet wurde.

Ziel des Honorarkonsuls Olaf Meister: Investoren ins Land locken

„In Gabun gibt es ermutigende Schritte, die Transition geht in die richtige Richtung“, sagt Meister über die Regierung des früheren Generals Brice Clotaire Oligui Nguema, der zunächst übergangsweise, inzwischen aber demokratisch legitimiert die Staatsgeschäfte führt und unter dessen Führung auch eine neue demokratische Verfassung verabschiedet wurde. „Das ist wichtig für mich, damit ich die Politik mittragen kann“, sagt Meister. Zwar ist er im Gegensatz zu einem Botschafter kein Staatsbürger Gabuns und auch nicht für Visa oder andere bürokratische Aufgaben im Auftrag des Staates zuständig, aber dennoch ein hochrangiger Vertreter in Deutschland, dessen Ziel es zuvorderst ist, Investoren in das kleine Land zu locken.

Grund zu investieren gibt es seiner Meinung nach genug: Als ehemalige französische Kolonie ist die Währung Gabuns an den Euro gekoppelt, was Schwankungen klein hält. Gabun ist außerdem einer der sechs CEMAC-Staaten, einer zentralafrikanischen Handelsunion aus Äquatorialguinea, Kamerun, der Republik Kongo, dem Tschad, der Zentralafrikanischen Republik und eben Gabun – einem Wirtschaftsraum mit knapp 70 Millionen Menschen. Überdies herrscht Kapitalverkehrsfreiheit, was es ausländischen Investoren ermöglicht, ihre Gewinne auch zu exportieren. „Der erfolgreiche Abschluss der politischen Transition eröffnet neue Perspektiven für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Investitionen.“

(K)Eine besondere Beziehung zwischen Honorarkonsul und Gabun

Laut Meister machten Frankreich oder die Türkei bereits gute Geschäfte in dem rohstoffreichen Land, das für seine Öl- und Gasvorkommen, aber auch für Mangan und Seltene Erden bekannt ist. Aus deutscher Sicht gebe es erste kleine Erfolge, die ihn motivierten. „Gabun nimmt Deutschland als potenziellen Partner sehr ernst. Das zeigt sich schon daran, dass die Botschaft in Berlin mit erfahrenen Botschaftern besetzt ist.“ Das Problem seien vielmehr Vorbehalte deutscher Investoren gegenüber Afrika.

„Die Überheblichkeit, mit der man in Teilen Deutschlands über Afrika denkt, ist schon erstaunlich“, sagt Meister. Dabei täte etwas mehr von der neugierigen und positiven Grundhaltung vieler Afrikaner auch hierzulande gut. „Deutschland ist in Gabun relativ beliebt, obwohl wir dort wenig machen“, sagt Meister. Angesichts dessen veranstaltet er immer wieder Investorengipfel, um deutschen Unternehmen und Unternehmern das Land schmackhaft zu machen. „Es ist ein schönes Ehrenamt, das mir Spaß macht. Ich nehme es sehr ernst und versuche, etwas für Gabun und seine Menschen zu erreichen.“

Dabei ist die Verbindung zwischen Meister und dem Land an der westafrikanischen Küste besonders: Zum einen gab es vor seiner Tätigkeit keine persönlichen Beziehungen, was ungewöhnlich für Honorarkonsule ist. Aber der damalige Diktator Ali Bongo wollte unbedingt eine Vertretung Gabuns im Rhein-Main-Gebiet, als er bei einer Zwischenlandung die Frankfurter Skyline erblickte – und die Wahl fiel auf Meister. Der hat das Land trotz mehrerer Versuche noch nie besucht. Ein Putschversuch, die Coronavirus-Pandemie sowie der Putsch hatten dies verhindert. Nun liefen aber die Planungen für den vierten Anlauf. Vielleicht klappt es damit bis zum nächsten Nationalfeiertag.

Übrigens: Olaf Meister ist nicht der einzige Offenbacher Honorarkonsul: Unternehmer Daniel Imhäuser ist seit Kurzem in derselben Funktion für Malawi tätig.