Sambias Präsident Hakainde Hichilema ist für eine zweite Amtszeit wiedergewählt worden. Der Oppositionskandidat erzielte jedoch ein überraschend starkes Ergebnis und profitierte von der Unzufriedenheit vieler Bürger über anhaltende Belastungen trotz der wirtschaftlichen Erholung.

Die Wahlkommission teilte in den frühen Morgenstunden des Dienstags mit, Hichilema habe rund 60% der gültigen Stimmen erhalten, sein wichtigster Herausforderer Brian Mundubile 38%.

Für Hichilema war es der siebte Anlauf auf das Präsidentenamt; aufgrund des Amtsbonus galt er weithin als Favorit. Für Mundubile war es die erste Kandidatur für das Staatsoberhaupt.

Der 64-jährige Hichilema verwies im Wahlkampf auf seine wirtschaftspolitische Bilanz seit seinem Amtsantritt 2021, als Sambia inmitten der Pandemie in einer Schuldenkrise steckte. Mundubile argumentierte hingegen, dass bessere makroökonomische Kennziffern im Alltag der Menschen kaum spürbare Verbesserungen gebracht hätten.

Das kupferreiche Sambia steht zudem im Fokus des Wettbewerbs zwischen China und den USA um kritische Rohstoffe.

CHAOTISCHE FOLGEN DER WAHL

Nach einem vergleichsweise ruhigen Vorfeld der Abstimmung am 13. August verschärften sich die Spannungen rasch.

In der Wahlnacht nahmen die Behörden bei einer Razzia, bei der es zu einem Schusswechsel kam, elf Personen fest, darunter führende Oppositionsvertreter. Mundubile war dabei anwesend.

Am nächsten Tag setzte die Wahlkommission die Auszählung für mehrere Stunden aus, nachdem es Berichte über Gewalt gegen Wahlhelfer sowie über den Diebstahl von Stimmzetteln gegeben hatte.

Mundubile erklärte, ihm lägen Informationen über eine mögliche Manipulation von Ergebnisformularen aus Wahllokalen vor, und forderte eine umgehende unabhängige Untersuchung. Hichilemas Lager wies dies zurück und warf ihm Lügen vor.

Die Opposition dürfte das Ergebnis voraussichtlich nicht akzeptieren und könnte rechtlich dagegen vorgehen, auch wenn ein Erfolg unwahrscheinlich ist, sagte Greg Musiker, Sambia-Analyst bei der Beratungsfirma Signal Risk.

„Während in den kommenden Tagen örtlich begrenzte politische Gewalt möglich ist, wird keine flächendeckende Unruhe erwartet“, fügte er hinzu.