In Bahariya, einer Oase in der Libyschen Wüste Ägyptens, fand ein ägyptisches Grabungsteam in drei verschiedenen Grabanlagen Mumien in Ton- und Kalksteinsärgen, Opfertische sowie Terrakottafiguren und Keramikgefäße.

Der Fund wurde an einer wichtigen Nekropole der Oase, der archäologischen Stätte Sheikh Sobi gemacht. Hier wurden während der Spätzeit die Herrscher der Oase und viele Priester begraben. Auch ein Tempel aus der 26. Dynastie findet sich hier, den der damalige Herrscher der Oase, Djed-Khonsu-iu-Ankh, zu Ehren von König Ahmose II. baute.

Foto: Tourismus- u. Antikenministerium Ägypten

Bei zwei der Grabanlagen handelt es sich um Gemeinschaftsgräber. Im ersten wurde wohl eine fünfköpfige Familie begraben. Hier führt ein quadratischer Schacht 3m in die Tiefe des Felsens, wo sich zwei Grabkammern befinden. In einer befand sich ein Kalksteinsarg mit eine bandagierten Mumie darin. Der Sarg war in eine Bodenvertiefung gestellt worden; eine bekannte Praxis an dieser Stätte aus der Spätzeit des altägyptischen Reichs. In der anderen Grabkammer wurden die anderen vier Familienmitglieder bestattet. Jede Mumie war ebenfalls in Leinenbinden gewickelt und in einem Kalksteinsarg beigesetzt worden.

Foto: Tourismus- u. Antikenministerium Ägypten

Beim zweiten Grab führt ein kleiner Schacht und eine dreistufige Treppe zu einer undekorierten Grabkammer, die anscheinend aber nie benutzt wurde.

Die dritte Grabanlage stammt wohl aus der römischen Zeit. Sie hat einen rechteckigen Schacht, der zu einer kleinen Zwischenhalle führt, die wohl als Durchgangsstation bei den Begräbnisriten diente. Hinter der Halle liegen zwei Grabkammern; in einer fand sich ein Tonsarg, in der anderen ein Kalksteinsarg, bei dem Teile des Sargdeckels fehlen.

In den Seitenwänden des Schachts wurden vier weitere, kleine Eingänge gefunden. In einem davon fanden die Archäolog:innen eine Nebenbestattung in einem zylindrischen Keramiksarg, der aber bereits in mehrere Stücke zerbrochen war. Sein Deckel zeigt ein menschliches Gesicht mit klaren Gesichtszügen.

Foto: Tourismus- u. Antikenministerium Ägypten

Grabungsleiter Sabri Farag stellte mehrere Artefakte vor, darunter Tongefäße, kleine Flaschen und Teller in verschiedenen Größen sowie Opfertische aus Sand- und Kalkstein.
Daneben wurden auch kleine Votivfiguren aus Terrakotta gefunden, die stilisierte Frauen oder Tiere darstellen und Einblicke in die damaligen Bestattungspraktiken in dieser Oase geben.

Foto: Tourismus- u. Antikenministerium Ägypten

Das Team hofft auf weitere Grabfunde in den kommenden Grabungszeiten, die weitere Informationen über die antiken Oasenbewohner liefern können.