Die Zahl der Toten ist auf 2500 gestiegen. Christoph Friedl aus Bruck an der Mur ist als Projektkoordinator für „Ärzte ohne Grenzen“ in der Stadt Beni im Einsatz.
Mehr als 2500 Menschen sind seit dem jüngsten Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo laut den Vereinten Nationen an der Infektionskrankheit gestorben. Damit handelt es sich um eine der größten jemals verzeichneten Ebola-Epidemien. Es ist der tödlichste Ausbruch in der Geschichte des Landes. Nach vorherigen Regierungsangaben stieg die Zahl der offiziell registrierten Infektionen Anfang August auf rund 4.000, bereits Mitte des Monats waren es um die 5.000 Fälle. Betroffen sind sechs Provinzen im Nordosten des Landes.
Es ist jetzt nicht so, dass man durch die Straßen geht und über Leichen steigt
— Christoph Friedl, Projektkoordinator für „Ärzte ohne Grenzen“
Auch die Bewohner der Stadt Beni sind vom aktuellen Ebola-Ausbruch stark betroffen. In einem Behandlungszentrum sind zahlreiche internationale Hilfskräfte im Einsatz, darunter auch Christoph Friedl aus Bruck an der Mur. Der Steirer ist dort Projektkoordinator für „Ärzte ohne Grenzen“. „Es ist jetzt nicht so, dass man durch die Straßen geht und über Leichen steigt“, erklärt Friedl in der „ZiB 1“ vom Samstag. Das tägliche Leben gehe vor allem in der Stadt Beni in der Provinz Nord-Kivu „ganz normal seine Wege“. Friedl ist Psychologe und war für „Ärzte ohne Grenzen“ bereits unter anderem im Irak, im Südsudan, in Indien und zuletzt in Haiti im Einsatz.
Die Infografik erklärt das Ebola-Virus. Sie zeigt, dass Flughunde als Reservoir gelten und Affen als mögliche Zwischenwirte vermutet werden. Eine Übertragung erfolgt durch Kontakt mit Blut oder Körperflüssigkeit von infizierten Tieren oder Menschen. Typische Symptome sind Kopf- und Muskelschmerzen, Erbrechen, Durchfall, Fieber sowie innere und äußere Blutungen. Die Sterblichkeit kann je nach Virustyp bis zu 90 % betragen. Für den Ebola-Erreger (EBOV) ist ein Impfstoff verfügbar, für andere Typen wie Sudan-Ebolavirus, Bundibugyo und Tai Forest sind Impfstoffe erst in Entwicklung. Bei der Behandlung ist Schutzkleidung erforderlich. Quelle: APA.
Zusammenarbeit mit Experten vor Ort
Im Behandlungszentrum werden Verdachtsfälle getestet und Erkrankte versorgt, so gut es möglich ist. Zwar sei Unterstützung aus dem Ausland wichtig, die Arbeit der Menschen vor Ort sei jedoch unerlässlich. Friedl sagt dazu im ORF: „Als Österreicher, der da ist, möchte ich kein falsches Bild vermitteln, weil wir eine Gruppe von 30 externen Kollegen sind, die mit über 100 Kongolesen und Kongolesinnen zusammenarbeiten, die ganz viel Expertise über die Jahre gesammelt haben, weil ja Ebola im Kongo epidemisch ist.“
Dennoch ist das Gesundheitssystem überlastet, oft fehlt das Geld etwa für Krankentransporte. Die Epidemie grassiere in einem Gebiet, das größer als Frankreich sei, schildert UNO-Ebola-Koordinator Julien Harneis. Experten zufolge begann der Ausbruch im Jänner in der Provinz Ituri, wurde jedoch erst am 15. Mai offiziell festgestellt. Militärische Konflikte und das Fehlen eines zugelassenen Impfstoffs für den seltenen Bundibugyo-Stamm des Virus erschweren die Eindämmung. Den weltweit bisher größten Ebola-Ausbruch gab es zwischen 2014 und 2016 in Westafrika mit mehr als 28.000 Fällen.
Die Infografik zeigt schwere Ebola-Ausbrüche in Afrika seit 1976 nach Ländern und Todesopfern. Die meisten Todesopfer gab es 2014 in Guinea, Liberia und Sierra Leone mit 11.308 Fällen. In der DR Kongo gab es 2026 bisher 2.325 und 2018 2.320 Todesopfer. Weitere Ausbrüche mit über 100 Todesopfern traten unter anderem in Uganda, Kongo und Sudan auf. Quelle: WHO/CDC.