


Fotos: Egyptian Ministry of Tourism and Antiquities
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Archäologen haben in Ägypten am Standort Kom el-Khilgan eine umfassende Nekropole und eine dazugehörige Wohnsiedlung entdeckt. Die Funde dokumentieren menschliche Aktivitäten, die von der prädynastischen Zeit vor rund 6.000 Jahren bis in die griechisch-römische Ära reichen.
In den sandigen Boden wurden einfache, ovale Gräber eingelassen, die Aufschluss über die frühen Bestattungsriten geben. Die unterschiedlichen Körperpositionen der Verstorbenen deuten laut den Forschern auf eine Vielfalt in den Bräuchen der frühen Gemeinschaften hin.
Alltagsleben und prädynastische Bestattungskultur
Die Beigaben in den Gräbern fielen eher bescheiden aus und bestanden primär aus kleinen handgefertigten Tongefäßen sowie Meeresschnecken. Dennoch lässt die hohe Anzahl der Bestattungen darauf schließen, dass in dieser Region bereits früh eine beachtliche Gemeinschaft ansässig war.
Neben den Gräbern entdeckten die Experten einen Wohnbereich, der der Zweiten Zwischenzeit zugeordnet werden kann. Hier stießen sie auf Lehmziegelgebäude, Getreidesilos, Öfen und Feuerstellen, die das tägliche Leben und die Vorratshaltung der Bewohner widerspiegeln.
Ein besonderes architektonisches Merkmal sind die geschwungenen, sinusförmigen Mauern, die sowohl Wohn- als auch Grabstrukturen umgeben. Diese spezielle Bauweise war in Ägypten vom Mittleren Reich bis hin zum Neuen Reich weit verbreitet.
Kultureller Austausch und die Hyksos-Periode
Wie das Fachmagazin Archaeology News Online Magazine berichtet, lieferten Tierknochen von Fischen und Vögeln wertvolle Hinweise auf die Ernährungsgewohnheiten der damaligen Bevölkerung. Diese organischen Überreste unterstreichen die Bedeutung der Fischerei und der Viehhaltung für die Bewohner von Kom el-Khilgan.
Mehrere Gräber stammen aus der 15. bis 17. Dynastie sowie dem frühen Neuen Reich. Diese Funde belegen eine kontinuierliche Besiedlung des östlichen Deltas während der Hyksos-Zeit, da der Ort nahe dem Hyksos-Zentrum Avaris liegt.
Die Gräber variieren stark in ihrer Form und umfassen sowohl Mastabas als auch Bestattungen mit Gesimsen. Zu den Grabbeigaben zählen Schmuck, Amulette, Skarabäen, Werkzeuge sowie bronzene Waffen und Keramik.