Tausende harren in Ceuta aus: Ihre Zukunft ist ungewiss

Ende Juli gelangten Zehntausende Menschen von Marokko nach Ceuta. Mehrere Tausend warten dort noch immer auf eine Perspektive.

Publiziert: 22.08.2026, 05:03

LinkedIn Link kopiert Error occurred Facebook Link kopiert Error occurred X Link kopiert Error occurred E-Mail Link kopiert Error occurred Link kopieren Link kopiert Error occurred Migranten ruhen vor dem Kurzaufnahmelager CETI in der spanischen Exklave Ceuta, nach einem massiven Ansturm von Überquerungen aus Marokko.

Seit einem knappen Monat harren die Menschen in Ceuta an einem Strand abseits des Zentrums aus, schlafen auf Pappkartons und halten Wache über ihre wenigen Habseligkeiten.

AFP

Seit Ende Juli harren sie in Ceuta an einem Strand abseits des Zentrums aus, schlafen auf Pappkartons und halten Wache über ihre wenigen Habseligkeiten in zerfledderten Plastiktüten: Migrantinnen und Migranten aus Afrika, die von Marokko aus in die spanische Exklave gelangt waren. Am Donnerstagmorgen waren sie verschwunden.

Unter Polizeigeleit waren die Menschen vom Strand in provisorische Unterkünfte gebracht worden. Wie es für sie weitergehen soll, bleibt offen. Rund 72’000 Migranten waren vor knapp einem Monat auf einen Schlag in das kleine spanische Gebiet ganz im Norden Marokkos geströmt. Die meisten von ihnen kehrten inzwischen über die Grenze zurück, doch mehrere Tausend harren weiter in Ceuta aus. Wie viele geblieben sind, ist schwer zu beziffern.

Warten auf Hilfe

Die Behörden der Stadt mit 84’000 Einwohnern schätzen, dass sich noch immer 9000 bis 10’000 Migrantinnen und Migranten in dem Gebiet aufhalten könnten, darunter etwa 2000 Minderjährige. Das spanische Innenministerium geht von etwa 5000 Menschen aus. Die Regierung hat zugesichert, sich um eine Unterbringung der verbliebenen Menschen zu bemühen, damit in Ceuta wieder Normalität einkehren könne. In dieser Woche kündigte sie an, Unterkünfte für 1800 Menschen bereitzustellen. Weitere Unterkünfte würden gesucht.

Manche finden Zuflucht in provisorischen Unterkünften, die Einwohner von Ceuta eingerichtet haben. Andere streifen weiter durch die Strassen. Am geräumten Strand suchen sie zwischen den zurückgelassenen Sachen nach Dingen, die noch brauchbar sein könnten: eine Matratze, ein Laken, eine Plane oder ein Plastikstuhl.

Eigentlich sei ihr Leben in Marokko «normal» gewesen, sagt Khadija.

Sie wisse nicht, wie es weitergehen soll, sagt Khadija Rifai aus Marokko. «Sie helfen den Minderjährigen und den Jugendlichen», erklärt die 20-Jährige, «aber für uns haben sie noch keine Lösungen gefunden.» Eigentlich sei ihr Leben in Marokko «normal» gewesen, sagt sie. Auf der Suche nach besseren Zukunftsperspektiven sei sie dann aber zusammen mit ihrem Mann Ende Juli nach Ceuta geschwommen.

Der Ehemann wurde nach Marokko zurückgeschickt, Khadija versteckte sich und blieb. Sie hat die Hoffnung nicht aufgegeben, dass sie und ihr Mann es schliesslich doch schaffen, gemeinsam aufs spanische Festland zu gelangen. Dort wolle sie Kinder haben, sagt die junge Frau. Sie träumt von einem Haus und einem Auto, von einem besseren Leben.

Newsletter

Der Morgen

Der perfekte Start in den Tag mit News und Geschichten aus der Schweiz und der Welt.

Weitere Newsletter

Einloggen