Im Zuge der rasanten Entwicklung von Technologie und Kommunikation greift die Kongregation der Schwestern Unserer Lieben Frau von Usambara (COLU) in Tansania zunehmend auf die Medien als Instrument der Evangelisierung zurück. Über das Fernsehen und die sozialen Netzwerke wollen die Ordensschwestern das Evangelium verbreiten, junge Menschen erreichen und auf deren Fragen zum katholischen Glauben eingehen.
Zum ersten Mal leitet eine Frau einen großen katholischen Wallfahrtsort.
Von Sr. Ernestina Patrick Lasway SAC und Sr. Christine Masivo CPS
Die 1954 von Bischof Eugen Arthurs von den Rosminianern gegründete Kongregation der Schwestern Unserer Lieben Frau von Usambara (COLU) ist eine diözesane Ordensgemeinschaft, deren Wurzeln in der Evangelisierung und im Bildungswesen liegen. 1958 wurde Bischof Arthurs zum ersten Bischof der katholischen Diözese Tanga ernannt. Die Ausbildung der Ordensfrauen wurde zunächst den Missionsschwestern vom Kostbaren Blut (CPS) anvertraut. Erste Generaloberin war Schwester Willibalda Giesbers. Die Kongregation nahm ihre Tätigkeit in Rangwi auf und verlegte ihren Sitz später nach Korogwe in der Tanga-Region. Rangwi blieb jedoch das ursprüngliche Mutterhaus. Im Laufe der Jahre konzentrierte sich das Apostolat der Schwestern vor allem auf die Bildung, und das auf allen Ebenen – vom Kindergarten bis zur Universität –, sowie auf die Katechese und die Jugendarbeit.
Ein neuer Weg der Evangelisierung
Die Ordensschwestern haben erkannt, wie wichtig es in unserer schnelllebigen Zeit ist, die Menschen über die modernen Kommunikationsmittel zu erreichen. Und so wurde im Juli 2024 in Lushoto, in der Tanga-Region, der Fernsehsender Usambara Mountain TV (UMTV) gegründet. Ziel dieser Initiative ist es, Inhalte zu den Themen Evangelisierung, Bildung und Glaubensdialog anzubieten. „Durch das Fernsehen und das Internet können wir viele Menschen erreichen – weit über die Gemeinschaften hinaus, in denen wir präsent sind“, erklärt Schwester Paulina T. Mshana, Direktorin von UMTV. „Und das stärkt unsere Sendung, das Evangelium zu verkünden und die Menschen – vor allem die Jugendlichen – dazu zu ermutigen, Gott immer besser kennenzulernen und zu lieben.“ Viele junge Menschen verfolgen UMTV über die sozialen Medien und auf YouTube. Der Sender bietet dort Programme an, die sich mit den Anliegen der jungen Generation, dem Glauben und gesellschaftlichen Fragen befassen – darunter auch Initiativen, die von der Spiritualität Don Boscos inspiriert sind.
Jugendliche sehen sich auf UMTV einen Live-Stream an: Foto von Sr. Paulina T.Mshana
Inhalte und Reichweite
UMTV bietet eine große Vielfalt an Programmen an: darunter Katechesen, Glaubensimpulse sowie Beiträge zu Themen, die junge Menschen und die Gesellschaft betreffen. Mit diesen Angeboten möchten die Ordensschwestern ihrem Charisma und ihrer Sendung in einer Medienlandschaft, die das tägliche Leben zunehmend prägt, mehr Sichtbarkeit verleihen. Seit dem Start hat die Plattform ein großes Publikum erreicht – sowohl auf lokaler als auch internationaler Ebene, vor allem bei jungen Menschen, die UMTV online verfolgen. Die wachsende Beteiligung zeigt das Interesse an Inhalten, die Bildung und Reflexion miteinander verbinden, aber auch eine verständliche Sprache verwenden. Sr. Paulina betont, dass die Kongregation dank der Arbeit im Medienbereich auch Gemeinschaften erreichen kann, in denen die Ordensschwestern nicht persönlich präsent sind. „Ich freue mich, diese Arbeit tun zu können, auch wenn noch immer viele der Meinung sind, dass die Bedienung einer Kamera Männersache ist. Auch wir Ordensschwestern können diese Arbeit sehr wohl tun und das Evangelium so einer größeren Gemeinschaft nahebringen“, erklärt sie.
Sr. Paulina bei Außenaufnahmen
Zusammenarbeit und Wirkung
Bei diesem Projekt konnte UMTV auch auf die Unterstützung anderer Mitglieder der Kirche zählen. Bruder Lucas Masasi OFMCap., einer der Mitarbeiter von UMTV, betont, wie wichtig es für die Förderung glaubensbezogener Inhalte und die Bildung auf verschiedenen Ebenen ist. Bruder Lucas hat die Entwicklung dieses Projekts von Anfang an begleitet – seit der Zeit, als UMTV noch ein einfacher YouTube-Kanal war, bis hin zur heutigen, strukturierter aufgebauten Fernsehplattform. Mit seinem Programm trägt UMTV zur Bildung der lokalen Gemeinschaften bei und bietet Inhalte aus den Bereichen Kultur und Musik, aber auch Spiritualität und grundlegende Kenntnisse für den Alltag: Inhalte also, die auch bequem von zu Hause aus zugänglich sind.
Sr. Catherine Karata bearbeitet ein Video
Herausforderungen und Grenzen
Wie viele andere noch junge Initiativen steht auch UMTV vor konkreten Herausforderungen. Die begrenzte Verfügbarkeit von technischer Ausrüstung und finanziellen Mitteln erschwert die tägliche Produktion. Auch der Zugang zu einer stabilen Internetverbindung sowie die Kosten für digitale Geräte stellen für viele Zuschauer noch immer ein Hindernis dar. Dazu kommen Stromausfälle, die die Regelmäßigkeit der Sendungen beeinträchtigen können. Da geeignete Notstromsysteme fehlen, müssen die Aktivitäten mitunter unterbrochen werden. Außerdem haben nicht alle Mitglieder der Kongregation von Anfang an die Bedeutung der Medien für die Evangelisierung erkannt. Daher sind innerhalb der Gemeinschaft auch kontinuierliche Schulungen und Sensibilisierungsarbeit notwendig.
Blick in die Zukunft
Trotz dieser Schwierigkeiten sind die Ordensschwestern entschlossen, die Medien auch weiter als Raum für Evangelisierung und Bildung zu nutzen. Ihr Ziel ist es, ein immer größeres Publikum zu erreichen und jungen Menschen zu helfen, digitale Medien bewusster bei ihrer Suche nach Sinn und Glauben zu nutzen. Inspiriert von den Worten des Evangeliums – „Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden!“ (Lk 10,2) – setzen die Ordensschwestern ihre Sendung fort, Christus durch Fernsehen, soziale Medien und Bildungsangebote bekannt zu machen.
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