Putins Truppen in Afrika

Wagner-Nachfolger schlagen wohl Putschversuch nieder

01.09.2026 – 16:37 UhrLesedauer: 3 Min.

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Nigers Machthaber Abdourahamane Tiani (r.) empfängt Russlands Außenminister Sergej Lawrow im Juli in Niamey. (Archivbild) (Quelle: IMAGO/Russian Foreign Ministry Press S/imago)

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In Niger haben Soldaten gegen die herrschende Militärjunta rebelliert. Bei der Niederschlagung spielte offenbar eine russische Truppe eine entscheidende Rolle.

Die Militärregierung im westafrikanischen Niger hat einen Aufstand in den eigenen Reihen mit russischer Hilfe unter Kontrolle gebracht. Kämpfer des vom Kreml kontrollierten Africa Corps unterstützten Regierungstruppen bei der Rückeroberung eines wichtigen Luftwaffenstützpunkts in der Hauptstadt Niamey. Das berichten die Nachrichtenagenturen Reuters und AP unter Berufung auf mehrere Quellen.

Die Meuterei hatte in der Nacht zum Samstag auf der Luftwaffenbasis 101 am internationalen Flughafen begonnen. Aufständische Soldaten nahmen Kameraden fest und griffen anschließend mehrere strategisch wichtige Orte an. Rund um den Flughafen und nahe dem Präsidentenpalast waren stundenlang Schüsse und Explosionen zu hören. Der staatliche Rundfunk fiel zeitweise aus.

Ob die Soldaten tatsächlich die gesamte Führung stürzen wollten, ist bislang nicht abschließend geklärt. Der Sicherheitsexperte Kabir Adamu sagte dem katarischen Sender „Al Jazeera“, die Auswahl der angegriffenen Orte spreche jedoch für einen solchen Versuch.

Russische Drohnen gegen die Meuterer

Nach Angaben der Militärregierung brachten regierungstreue Einheiten die Lage schließlich unter Kontrolle. Das Staatsfernsehen berichtete von Dutzenden getöteten oder festgenommenen Soldaten. Unabhängig bestätigt sind diese Zahlen bislang nicht.

Drei mit den Vorgängen vertraute Quellen sagten Reuters, das Africa Corps habe entscheidend zur Rückeroberung des Stützpunkts beigetragen. Russische Kämpfer seien direkt an den Gefechten beteiligt gewesen und hätten auch Angriffsdrohnen eingesetzt. Mindestens ein Drohnenschlag soll dazu beigetragen haben, Meuterer zur Aufgabe zu zwingen.

Auch Moskau bestätigte den Einsatz. Die Meuterei sei von Nigers Armee mit Unterstützung des Africa Corps zurückgeschlagen worden, teilte das russische Außenministerium mit. Russlands Botschafter in Niger, Viktor Woropajew, sagte der Staatsagentur Tass, die russische Einheit sei um Hilfe bei der „Neutralisierung“ der Aufständischen gebeten worden.

Africa Corps übernimmt Wagner-Strukturen

Das Africa Corps untersteht dem russischen Verteidigungsministerium und hat große Teile der früheren Wagner-Strukturen in Afrika übernommen. Reuters berichtete 2025 unter Berufung auf von russischen Söldnern genutzte Telegram-Kanäle, dass 70 bis 80 Prozent der Angehörigen des Africa Corps zuvor für Wagner gekämpft hätten. Ob das auch für die jetzt in Niamey eingesetzten Kräfte gilt, ist nicht bekannt.

Jewgeni Prigoschin (links) und Wladimir Putin (Archivbild): Russlands Präsident hat erstmals zugegeben, dass die Wagner-Gruppe komplett staatlich finanziert waren.Vergrößern des BildesJewgeni Prigoschin (l.) und Wladimir Putin (Archivbild): Nach dem Tod des Wagner-Chefs übernahm Russlands Verteidigungsministerium große Teile der Söldnerstrukturen in Afrika. (Quelle: Alexei Druzhinin/Pool Sputnik Kremlin/AP//dpa)