Für Renate Krack ist es das Paradies auf Erden. Die geborene Münchnerin lebt in Südafrika, 50 Kilometer von Kapstadt entfernt, in einem Weinanbaugebiet. Im Sommer steigt die Temperatur dort nur selten über 38 Grad Celsius. „Im Winter ist es mit 20 Grad Celsius und Sonne angenehm“, erzählt sie. An ihrer Seite begleitet sie ihr Jack Russell „Jacky“.

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Renate Krack lebt in Südafrika und möchte ihre neue Heimat nicht mehr verlassen. Das verdankt sie ihrem Mann Hermann und den kalten Wintern auf Mallorca. Ihr Mann wollte ihr das Land zeigen, weil er in seiner Jugend ausgewandert war. Sein Vater arbeitete in den 1950iger Jahren für die Firma Bosch in Durban, und er besuchte drei Jahre lang ein Internat.

2003 unternahmen sie eine Golfreise. Renate Krack verliebte sich sofort in die Gegend. Das Paar schaute sich Häuser an und entdeckte ein freies Grundstück neben einer Golfanlage. Zwei Jahre später stand ihr Haus. Zu diesem Zeitpunkt wohnten Renate Krack und ihr 17 Jahre älterer Mann Hermann noch auf Mallorca.

So wunderschön wohnt Renate Krack 50 Kilometer von Kapstadt entfernt.Bild vergrößern

So wunderschön wohnt Renate Krack 50 Kilometer von Kapstadt entfernt. (Foto: privat)

Von Bayern nach Mallorca

Sie wuchs ursprünglich in Bayern am Starnberger See auf, studierte Sport und arbeitete als Sportlehrerin. Dort lernte sie auch Hermann Krack kennen, bekam einen Sohn und betrieb ein großes Fitnessstudio.

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Als ihr Mann in Pension ging, entschied sich die Familie 1996, ihr Leben auf Mallorca zu verbringen. Dort gründeten sie eine Golfschule. Sobald das Haus in Südafrika fertig war, lebten sie ein halbes Jahr dort und das andere halbe Jahr auf Mallorca.

Ab 2006 organisierten sie für ihre Kunden jährlich bis zu drei Golftouren in das Land. „Das hat sich gut entwickelt, und auch jetzt, wo mein Mann verstorben ist, biete ich die Touren zusammen mit meinem Sohn Michael an.“

Gemeinsam mit ihrem Sohn Michael organisiert Renate Krack Golfreisen in Südafrika.Bild vergrößern

Gemeinsam mit ihrem Sohn Michael organisiert Renate Krack Golfreisen in Südafrika. (Foto: privat)

Dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung erhalten

Ihr Mann verstarb vor zehn Jahren. Den endgültigen Schritt nach Südafrika zu ziehen, fasste sie in der Coronazeit. „Ich habe meine kleine Wohnung in Deutschland und mein Haus auf Mallorca aufgegeben und mich 2021 hier niedergelassen.“

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Mittlerweile besitzt Renate Krack eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung (Permanent Residence). „Dafür verlangt die Behörde unter anderem einen Nachweis über die finanzielle Unabhängigkeit. Touristen dürfen drei Monate bleiben und ihren Aufenthalt um weitere drei Monate verlängern. Viele nutzen das und verbringen hier ein halbes Jahr, um zu überwintern. Wer dauerhaft bleiben will, muss etwa 2100 Euro monatliche Einkünfte – zum Beispiel aus Rente, Mieten oder Zinsen – nachweisen oder ein Vermögen von 600.000 Euro in Form von Geldanlagen oder Immobilien vorlegen. Mein 44-jähriger Sohn, der ebenfalls plant, seinen Lebensmittelpunkt nach Südafrika zu verlegen, benötigt aufgrund meiner Aufenthaltserlaubnis keinen finanziellen Nachweis mehr, wenn er hier leben möchte.“

Renate Krack hält sich mit Golfen fit.Bild vergrößern

Renate Krack hält sich mit Golfen fit. (Foto: privat)

Ein Traum ist in Erfüllung gegangen

Für Renate Krack ist ein Traum in Erfüllung gegangen. „Ich fühle mich pudelwohl hier. Ich wohne mitten am Golfplatz. Wenn ich jetzt aus dem Fenster schaue, sehe ich die Golfer an meinem Haus vorbeiziehen. Es ist ein Traum für mich, und ich kann mir nichts Schöneres vorstellen, als hier meinen Lebensabend zu verbringen. Ich bin 72 Jahre alt, noch ziemlich fit und spiele zwei-, dreimal in der Woche Golf.“ Renate Krack trifft sich mit Freunden. „Wenn ich ins Clubhaus gehe, grüßen mich alle Leute. Und es ist wirklich schön, hier nicht alleine zu sein.“

Sie lebt in dem Haus, das sie gemeinsam mit ihrem Mann bauen ließ. Die Anlage umfasst rund 350 Häuser, die entlang der Golfanlage stehen. „Ich bin die einzige Deutsche hier in dieser Anlage. Hier leben viele Südafrikaner und Europäer, Schweden, Engländer, aber keine Deutschen.“ In Südafrika liebt sie nicht nur das Golfen, sondern auch gutes Essen und Wein. „Hier gibt es hervorragende Köche“, schwärmt sie.

Renate Krack fühlt sich gut in Südafrika und genießt das Leben.Bild vergrößern

Renate Krack fühlt sich gut in Südafrika und genießt das Leben. (Foto: privat)

Nürnberger Würstchen und Lebkuchen

Gegenüber Deutschland empfindet sie die Lebenshaltungskosten als deutlich niedriger. „Ich würde sagen, etwa die Hälfte.“ Teuer findet sie nur Lebensmittel im Supermarkt, die Europa exportiert. „Da ich allein lebe, gehe ich oft essen. Hochwertiges Essen mit einem Glas Wein kostet nicht mehr als zwölf Euro.“ Sie vermisst nichts, es gibt alles. „Nur die Nürnberger Bratwürste nicht“, lacht sie und fügt hinzu: „Das hat sich aber nun auch geregelt, denn ich habe nun in Kapstadt einen Metzger gefunden, einen deutschstämmigen Metzger aus Namibia, der Nürnberger Bratwürstchen macht. Da habe ich gleich ein paar Kilo gekauft und sie eingefroren.“

Das Einzige, was sie noch vermisst, sind Lebkuchen – aber die bringt ihre Freundin aus Deutschland mit. Und weiter erzählt sie: „Ich zahle im Monat 260 Euro für meine Krankenversicherung, die die Krankenhauskosten abdeckt. Für alle normalen Arztbesuche zahle ich privat, aber das ist sehr günstig.“

Neben dem Haus von Renate Krack befindet sich ein Golfplatz.Bild vergrößern

Neben dem Haus von Renate Krack befindet sich ein Golfplatz. (Foto: privat)

Renate Krack ist sicher: „In Deutschland könnte ich mir dieses Leben nicht leisten. Ich habe ein schönes Haus, einen Pool und einen Poolboy. Also ich habe Personal: einen Gärtner, eine Putzfrau, eine Zugehfrau.“ Sie hat sich schnell daran gewöhnt, in einer geschlossenen Wohnanlage mit Zaun, Schranke und Sicherheitspersonal zu leben, denn dort ist das üblich. In der Anlage hat sie keine Angst vor Kriminalität.

Renate Krack und ihr Jack Russell „Jacky“ in Südafrika.Bild vergrößern

Renate Krack und ihr Jack Russell „Jacky“ in Südafrika. (Foto: privat)

Kriminalität in einigen Gegenden

Einige Gegenden meidet sie jedoch bewusst. „Ich würde zum Beispiel nie in solch ein Township hineingehen oder hineinfahren – jede größere Stadt hat ja diese Townships, in denen die schwarze Bevölkerung wohnt. Wenn ich mit dem Auto nach Kapstadt fahre, verriegele ich mein Auto immer von innen. Aber ich lebe hier jetzt auch schon so lange und habe noch nie eine schlechte Situation erlebt.“

Zur Einordnung: Townships sind Wohnviertel, die während des Apartheid-Regimes errichtet worden sind. Dort musste zwangsweise die nicht-weiße Bevölkerung leben, und muss es stellenweise auch heute noch, obwohl Südafrika seit mehr als 30 Jahren eine Demokratie ist.

Seniorenresidenz für 800 Euro

Renate Krack hat keine Angst vor dem Älterwerden in Südafrika. „Hier gibt es Seniorenresidenzen. Das sind wunderschöne kleine Häuser auf großen Grundstücken. Man kann die Häuser, Wohnungen und Apartments kaufen oder mieten. Ärzte und Pfleger stehen dort zur Verfügung. Außerdem bieten die Residenzen eine Bücherei, ein Fitnesscenter, ein Schwimmbad und einiges mehr. Eine Freundin von mir zahlt beispielsweise 800 Euro im Monat; darin ist dann schon alles enthalten.“

Renate Krack liebt das Land und reist gern.Bild vergrößern

Renate Krack liebt das Land und reist gern. (Foto: privat)

Reisen und genießen

Bis Renate Krack in eine solche Residenz einzieht, wird noch einige Zeit vergehen. Sie liebt das Landleben, die vielen Aktivitätsmöglichkeiten und das Reisen. „Ich war gerade in Madagaskar, im vergangenen Jahr in Mosambik. Und das ist auch alles erschwinglicher, als irgendwo in Europa Urlaub zu machen.“

Verdienstmöglichkeiten vor Ort sind gering

Für Menschen, die über eine Auswanderung nach Südafrika nachdenken, hat sie einige Tipps. „Zuerst sollte man genau überlegen, wo man leben möchte. Es gibt unzählige Möglichkeiten – am Meer, in der Großstadt, in Großstadtnähe oder auf dem Land, auf einer Farm. Vorher sollte man das Land bereisen.“ Wer in Südafrika eine Firma gründet oder weiterführt, sollte wissen, „dass das Gesetz vorschreibt, zwei Schwarze und einen Weißen einzustellen. Man darf also nicht nur weißes Personal beschäftigen. Wer in einer Firma arbeitet, hat beim Verdienst nur wenig Spielraum“, erklärt sie. „Ein Bankmitarbeiter verdient gerade einmal umgerechnet 600 Euro – und das gilt bereits als sehr guter Verdienst. Hilfskräfte bekommen 200 oder 300 Euro. „Wer hier arbeiten möchte, sollte für ausländische Firmen tätig sein und im Homeoffice arbeiten.“

Renate Krack ist bereits Rentnerin und lebt von ihrer Rente gut in Südafrika.Bild vergrößern

Renate Krack ist bereits Rentnerin und lebt von ihrer Rente gut in Südafrika. (Foto: privat)