Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fordert mehr Unterstützung im Kampf gegen den Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus rief die internationale Gemeinschaft dazu auf, den 1,3 Milliarden Dollar teuren Hilfsplan der Regierung schneller zu finanzieren.
Solange nicht alle Infektionsketten entdeckt und gestoppt seien, werde der Ausbruch andauern und eine Gefahr für die Demokratische Republik Kongo, die Nachbarländer und die gesamte Region bleiben, sagte Tedros. Nach Angaben der Regierung sind inzwischen mehr als 3.000 Menschen an Ebola gestorben.
Eine große Schwierigkeit ist weiterhin, die Menschen zu finden, die Kontakt zu Infizierten hatten. Viele der Menschen, die an Ebola gestorben seien, hätten zuvor nicht auf den Listen bekannter Kontaktpersonen gestanden, sagte Tedros. Das deute darauf hin, dass es noch unentdeckte Infektionsketten gebe. Auch die Bestattung der Toten bereitet Sorgen. Viele Verstorbene würden weiterhin auf eine Weise beerdigt, bei der andere Menschen sich mit dem Virus anstecken könnten. Dadurch könne sich Ebola weiter ausbreiten.
Studien zu Impfstoffen und neue Medikamente
Die WHO hat nach eigenen Angaben bereits 320 Tonnen Hilfsgüter in das Land gebracht. Außerdem wurde die Zahl der möglichen Tests auf 3.000 pro Tag erhöht. Trotzdem werde dringend mehr Geld benötigt, unter anderem für zusätzliche Betten in den Behandlungszentren. Der Betrieb eines Zentrums mit 1.500 Betten koste allein rund 15 Millionen Dollar im Monat.
Hoffnung gibt es bei der medizinischen Behandlung. Die WHO will in den kommenden Monaten mit Studien zu möglichen Impfstoffen gegen den derzeit verbreiteten Bundibugyo-Ebolastamm beginnen. Außerdem wird bereits das Medikament Obeldesivir an Menschen getestet, die nach einem Kontakt mit Infizierten ein besonders hohes Risiko haben.
Der aktuelle Ausbruch ist der zweitschlimmste Ebola-Ausbruch bisher. Nur bei der Epidemie in Westafrika von 2014 bis 2016 starben noch mehr Menschen. Damals starben in Guinea, Liberia und Sierra Leone mehr als 11.000 Menschen.
Ebola
Kongo
Ebola in der DR Kongo:
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