Kreta rüstet auf
Militär soll Urlaubsinsel bewachen
20.04.2026 – 17:08 UhrLesedauer: 2 Min.
Ein Boot der griechischen Küstenwache vor Kreta. (Archivbild) (Quelle: —/Griechische Küstenwache/dpa/dpa-bilder)
Griechenland erwartet die Überfahrt von Flüchtlingen aus Libyen. Drohnen und neue Flugzeuge sollen nun eine Urlaubsinsel bewachen.
Angesichts zunehmender Migrationsbewegungen über die Route von Libyen nach Kreta plant Griechenland seine Küstenwache personell aufzustocken. Zudem kündigte der griechische Minister für Schifffahrt und Inselpolitik, Vassilis Kikilias, die Beschaffung von vier Flugzeugen und zwei Drohnen an, die im Seegebiet südlich von Kreta eingesetzt werden sollen. Die Insel habe für die griechische Regierung „oberste Priorität“, sagte Kikilias dem Sender ERTNews.
Kreta liegt rund 300 Kilometer von der libyschen Hafenstadt Tobruk entfernt. Über diese Route setzen Schlepperbanden Migranten ohne ausreichende Versorgung oder Navigationsmöglichkeiten ins offene Meer aus. Dabei kommt es immer wieder zu Unglücken.
In der Vorwoche hatten Hunderte Migranten Kreta erreicht. So wurden nach Angaben der Küstenwache insgesamt 369 Menschen gezählt. Die Behörden gehen davon aus, dass weitere Boote aus Libyen unterwegs sind, weil Schleuserbanden das ruhige Wetter auf See ausnutzen. Derzeit herrschen kaum starke Winde.
Kreta gilt inzwischen als eines der wichtigsten Ziele für Migranten, die irregulär aus Libyen nach Griechenland und damit in die Europäische Union gelangen. Nach offiziellen Angaben erreichten im Jahr 2025 rund 20.000 Menschen die beliebte Ferieninsel.
Jüngst hatten die Vereinten Nationen darauf hingewiesen, dass in Libyen allein rund 500.000 Geflüchtete aus dem Bürgerkriegsland auf eine Überfahrt nach Europa warten. „Tatsache ist, wenn es keine Investitionen in den (Nachbar-)Ländern gibt, die Flüchtlinge aufgenommen haben und bereits teilen, was sie haben, werden die Leute weiterziehen“, so der UN-Diplomat Mamadou Dian Balde. „Wenn sie nichts zu verlieren haben, was sollen sie sonst tun?“ Wer glaube, dass der Konflikt weitergehe, ohne die Stabilität der übrigen Staaten in der Region zu beeinflussen, mache einen großen Fehler.
