Wahlhelfer seien gezielt angegriffen und in einigen Fällen seien bereits ausgefüllte Stimmzettel samt Wahlurnen gestohlen worden, erklärte Wahlleiter Brown Kasaro in der Hauptstadt Lusaka. Der Stopp der Auszählung solle binnen 24 Stunden überprüft werden. Bis dahin werde es in ganz Sambia keine weitere Bekanntgabe von Ergebnissen geben.

Opposition spricht von Sieg noch bevor Ergebnis vorliegt

In dem Binnenstaat im südlichen Afrika hatten am Donnerstag Präsidentschafts- und Parlamentswahlen stattgefunden. Oppositionskandidat Brian Mundubile reklamierte noch vor der Bekanntgabe des Ergebnisses durch die Wahlkommission den Sieg für sich.

Oppositionskandidat Brian Mundubile bei der Stimmabgabe<span class="copyright">Moses Mwape/REUTERS</span>

Oppositionskandidat Brian Mundubile bei der StimmabgabeMoses Mwape/REUTERS

Seine Allianz habe sowohl die Präsidentschaftswahl als auch die Mehrheit der Parlamentssitze gewonnen, erklärte der 55-Jährige in einer Videobotschaft.

Der seit 2021 amtierende Präsident Hakainde Hichilema rief hingegen dazu auf, die offiziellen Ergebnisse abzuwarten. Sein Team erhalte „ermutigende Ergebnisse“, erklärte er. Die Menschen sollten „friedlich, geduldig und patriotisch“ bleiben. Rund 8,7 Millionen Menschen waren zur Wahl aufgerufen.

Die Opposition spricht von Sieg, der amtierende Präsident Hakainde Hichilema appelliert an die Bevölkerung: Abwarten.<span class="copyright">Ben Curtis/AP Photo/picture alliance</span>

Die Opposition spricht von Sieg, der amtierende Präsident Hakainde Hichilema appelliert an die Bevölkerung: Abwarten.Ben Curtis/AP Photo/picture alliance

Die offiziellen Ergebnisse der Präsidentschaftswahl sollen bis Montag vorliegen. Erhält keiner der insgesamt 14 Kandidaten mehr als 50 Prozent der Stimmen, ist eine Stichwahl nötig. Neben dem Staatschef wurden 226 Abgeordnete der Nationalversammlung gewählt.

Viel Kupfer, aber auch viel Armut

Im Wahlkampf hatte vor allem die wirtschaftliche Lage des kupferreichen Sambia eine Rolle gespielt. Hichilemas Regierung stabilisierte nach einem Staatsbankrott im Jahr 2020 die Landeswährung, senkte die Inflation und erzielte mit Gläubigern eine Vereinbarung zur Umschuldung. Viele Menschen leiden dennoch weiterhin unter hohen Lebenshaltungskosten.

Sambia gilt seit seiner Unabhängigkeit 1964 als eine der stabileren Demokratien im südlichen Afrika. Der Wahlkampf war in diesem Jahr jedoch von gewaltsamen Auseinandersetzungen und von Vorwürfen gegen die Regierung geprägt. Die sambische Menschenrechtskommission hatte unmittelbar vor der Wahl erklärt, sie beobachte Festnahmen von Kandidaten, Unterstützern und Journalisten mit Sorge.

haz/pgr (afp, dpa, rtr, epd)

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