
Viele Winzerinnen und Winzer nehmen das Burgund als Vorbild für ihre Weine. Das berühmte französische Anbaugebiet lässt sich natürlich nicht kopieren. Das heisst nicht, dass sich andere Weine aus Pinot noir, der roten Hauptsorte im Burgund, ebenso finessenreich und elegant präsentieren können. Man nehme ein Beispiel aus Südafrika, das mir eine Sommelière kürzlich empfohlen hat.
So fokussiert sich Nico Grobler vom Boutique-Weingut La Brune im Elgin Valley auf Pinot noir. Burgund habe sein Leben verändert, sagt der Winzer. Die Begegnungen mit dem Produzenten Bruno Lorenzon aus der Appellation Mercurey haben ihn inspiriert, in Südafrika ein Projekt namentlich mit dieser grossen Sorte, aber auch mit Chardonnay aufzubauen. Grobler arbeitete bei mehreren Gelegenheiten mit Lorenzon zusammen. Der Franzose kreiert Weine, die der Ausdruck eines bestimmten Rebbergs sind und damit ihre Herkunft ausdrücken. Das wolle er auch in Südafrika erreichen, sagt Grobler. Um diese Philosophie zu verstehen, versucht er, so viel wie möglich das Burgund zu besuchen.
Bald zeigen sich die Burgunder Weinberge in ihren Herbstfarben.
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Das Projekt des Südafrikaners weiss in jeder Hinsicht zu überzeugen, wie eine Degustation von zwei Jahrgängen seines eigenständigen Spitzen-Pinot-noir der Linie «La Brune» gezeigt hat. Der rubinrote 2023er ist aromatisch offener, komplexer und im Gaumen finessenreicher und etwas geradliniger als der kräftigere 2024er, dem es aber keinesfalls an Struktur, Spannung und Eleganz mangelt. Das Holz ist stets gut integriert, obwohl die Weine in neuen Barriques ausgebaut werden (Fr. 33.50 für den 2023er und 2024er; weinundsein.com).
Es sind in beiden Fällen herkunftstypische Crus aus dem kühlen Anbaugebiet Elgin, in dem lediglich achtzehn Familienbetriebe Weinbau betreiben. Auch hier drängt sich ein Vergleich mit dem Burgund auf: In dieser Region sind ebenfalls vorwiegend Weinbauern auf kleineren Gütern tätig, wenngleich natürlich in wesentlich grösserer Anzahl.
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