Als Trophäe benutzt

Delfin-Vorfall in Ceuta erhitzt die Gemüter

Aktualisiert am 06.09.2026 – 11:33 UhrLesedauer: 3 Min.

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Das Video zeigt: Männer tragen Baby-Delfin durch Menschenmenge.

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Ein kleiner Delfin wird von Männern herumgetragen, bis ein Mann schließlich eingreift. Der Vorfall in Ceuta erhitzt die Gemüter.

Videoaufnahmen vom Trampolinstrand in Ceuta, wo Tausende Migranten campieren, zeigen einen jungen Delfin, der von mehreren Männern umringt wird. Ein Mann hält ihn schließlich hoch, wie eine Trophäe, die umstehende Menge jubelt. Eine andere Aufnahme zeigt einen weiteren Mann, der offenbar den kleinen Delfin mit hochgestreckten Armen herumträgt, von anderen Personen gefolgt.

Die Aufnahmen haben zu heftiger Kritik geführt. Den Männern wird vorgeworfen, das Tier misshandelt zu haben, was aus den vorliegenden Aufnahmen aber nicht klar ersichtlich ist.

In einem Videoclip greift ein junger Mann in einem weißen T-Shirt ein, ruft mehrmals auf Spanisch „Nein, Nein!“. Daraufhin lassen andere Umstehende das Tier ins Wasser. Der Mann im weißen Shirt schüttelt aber den Kopf und wiederholte mehrmals „schon tot“.

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Angeblich Tier mit Stock geschlagen

Wie der spanische Sender Faro TV berichtet, sei der Delfin von einer Gruppe von Migranten entdeckt worden, als er sich im seichten Gewässer vor dem Strand befand. Er sei dann aus dem Wasser gezogen worden. Eine Person habe ihn mit einem Stock geschlagen, so Faro TV. Laut Bericht habe ein spanischer Mitarbeiter einer Schädlingsbekämpfungsfirma, der am Strand war, die Männer darauf aufmerksam gemacht, dass das Tier unter Schutz steht.

Wie die belgische Zeitung HLN berichtet, hat die spanische Umweltorganisation Daubma bereits eine Beschwerde bei der spanischen Polizei eingereicht. Sie fordert, die mutmaßlichen Täter zu identifizieren und sie zu bestrafen. Die Spanierin Nadia García Gómez hat eine Onlinepetition ins Leben gerufen, in der sie ebenfalls eine Strafverfolgung fordert. „Die Bilder zeigen, wie der leblose Körper des Delfins als Trophäe benutzt wird. Dieser Akt von extremer Grausamkeit darf nicht ungestraft bleiben“, fordert sie. Bislang (Stand Sonntag, 3.30 Uhr) haben 2.811 Personen unterschrieben.

Tierschutzpartei warnt vor Beschuldigungen

Die spanische Tierschutzpartei PACMA warnte hingegen vor vorschnellen Beschuldigungen. „Wir fordern Maßnahmen angesichts einer Krise, in der Menschen und Tiere unter den Folgen eines politischen Konflikts zwischen Ländern leiden (…) die Partei lehnt die Instrumentalisierung des Leids eines Volkes oder seiner Tiere zum Schüren von Hass ab“, hieß es in einer Stellungnahme. Die „Verbreitung falscher Bilder, die Übertreibung von Fakten oder die Darstellung individuellen Verhaltens als allgemeines Muster“ lenke die Aufmerksamkeit von den Opfern ab und verschärfe die Spannungen.

Von Migranten selbst errichtete provisorische Unterkünfte stehen am Strand von Trampolín in der spanischen Exklave Ceuta.Vergrößern des BildesVon Migranten selbst errichtete provisorische Unterkünfte stehen am Strand von Trampolín in der spanischen Exklave Ceuta. (Quelle: Marcos Moreno)