Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat dafür gestimmt, die traditionelle Weltkarte durch eine neue Version zu ersetzen, die die Größe Afrikas präziser darstellt.

Vergleicht man traditionelle Weltkarten mit einem Globus, fällt schnell der afrikanische Kontinent mit seinen 54 Staaten auf. In puncto Bevölkerung – mehr als 1,5 Milliarden Einwohner – und Fläche – gut 30 Millionen Quadratkilometer – ist es der zweitgrößte der Welt. Doch auf der Karte erscheint er kleiner. Grund ist die nach dem Kartografen und Geografen Gerhard Mercator benannte Mercator-Projektion aus dem 16. Jahrhundert.

Bei dieser üblichen Darstellung der Oberfläche der Erde, die ja kugelförmig ist, auf einem flachen Rechteck werden Kurswinkel gerade gehalten, sie eignet sich deshalb gut für die See- und Luftnavigation. Dabei werden aber die Flächen verzerrt. Je näher an den Polen, desto größer wirken Länder. Afrika wirkt auf diese Weise etwa so groß wie Grönland, ist aber in Wirklichkeit 14 Mal größer.

„Historischer Schritt“

Immer mehr Menschen und ganze Staaten stören sich daran, nicht aus rein wissenschaftlichen, sondern aus gesellschaftspolitischen Gründen. Kernvorwurf: Afrika werde kleiner gemacht, als es sei. Doch das könnte sich nun ändern. Die UN-Vollversammlung stimmte am Freitag auf Betreiben Togos und der Afrikanischen Union mit überwältigender Mehrheit für eine einschlägige Resolution. Sie ruft Organisationen und Staaten auf, künftig flächentreue Karten vom 2018 erstellten Typ „Equal Earth“ zu nutzen.

Togos Außenminister Robert Dussey sprach nach dem Votum von einem „historischen Schritt“, der weit über die Kartografie hinausgehe. Es gehe um Gerechtigkeit, Würde, Gleichheit: „Die Karte zu korrigieren, bedeutet, die Art und Weise zu korrigieren, wie wir die Welt sehen.“ Bindend ist die neue UN-Resolution zwar nicht, aber etliche Länder, darunter auch Frankreich, kündigten bereits an, die Mercator-Projektion aufzugeben.

Nur die USA stimmen dagegen

Die Resolution verbietet die Mercator-Projektionen zwar nicht, ruft Regierungen, Schulen, internationale Organisationen und Technologieunternehmen aber dazu auf, die „Equal Earth“-Projektion und andere flächengetreue Karten zu verwenden, wenn es auf relative Größenverhältnisse ankommt.

Nur die USA stimmten dagegen. Ausgerechnet. Man sieht dort in dem Vorstoß ein ideologisch motiviertes Projekt. Gleichzeitig ändert Präsident Donald Trump ständig geografische Bezeichnungen aus politischen Gründen.