Die ägyptische TV-Moderatorin Sarah Khalifa (39) ist wegen Drogendelikten zum Tod durch Erhängen verurteilt worden.Elf weitere Personen wurden im selben Fall verurteilt, neun davon zu lebenslanger Haft – sieben wurden freigesprochen.Khalifas Anwalt legt Berufung ein; sie selbst bestreitet die Vorwürfe und sagt, sie habe nie Drogen gesehen.
Der Fall sorgt in Ägypten für Aufsehen. Laut der staatlichen Zeitung «Al-Ahram» gehörte die 39-jährige TV-Moderatorin Sarah Khalifa einer kriminellen Bande an, die Zutaten zur Herstellung von Drogen importiert haben soll, um diese anschliessend zu verkaufen. Zudem sollen die Verurteilten illegal Waffen und Munition besessen haben. Bekannt ist Khalifa vor allem durch ihre Sendung «Mission Impossible», die sich mit Kriminalfällen befasste. In den sozialen Medien ist Khalifa ein Star, hat alleine auf Instagram über 2,5 Millionen Follower.
Neun Mitangeklagte wurden zu lebenslanger Haft verurteilt, sieben freigesprochen. Khalifas Anwalt teilte mit, er werde gegen das Todesurteil Berufung einlegen. Das Urteil war bereits vergangenen Monat verkündet worden. Bestätigt wurde es aber erst einen Monat später – nachdem das Gericht ein religiöses Gutachten des Grossmuftis von Ägypten eingeholt hatte. Das ist bei Todesurteilen gesetzlich vorgeschrieben.
«Ich habe nie Drogen gesehen»
Im Prozess kam zur Sprache, dass die Behörden «mehr als 750 Kilogramm Betäubungsmittel sowie die importierten Rohstoffe zu deren Herstellung beschlagnahmt hatten». Laut «Al-Ahram» machten zudem 20 Zeugen Aussagen bei der Staatsanwaltschaft, dazu kamen elektronische Beweise wie Gespräche und Videoclips.
Laut der staatlichen Zeitung «Akhbar al-Youm» äusserte sich Khalifa bereits im vergangenen September vor Gericht zu ihrer mutmasslichen Rolle. Auf die Frage des Richters sagte sie, sie habe nie Drogen gesehen – bis sie in den Räumen der Anti-Drogen-Behörde zusammen mit solchen fotografiert worden sei.
Gemäss einem Bericht von Amnesty International wurden 2025 weltweit 492 Todesurteile verhängt, 23 Personen wurden hingerichtet, wie die BBC schreibt. Die Organisation kritisiert den Fall: Die Angeklagten seien wegen Drogenhandels und Vergewaltigung schuldig gesprochen worden – Delikte, die «nicht dem Tatbestand einer vorsätzlichen Tötung» entsprächen, auf den die Todesstrafe nach internationalem Recht und internationalen Standards eigentlich beschränkt sein müsse, so der Bericht.
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Florian Osterwalder (fos) arbeitet seit 2021 für 20 Minuten und ist stellvertretender Co-Leiter des Newsdesks.
