Auf El Alamein International Airshow in Ägypten hat Russland erstmals außerhalb des eigenen Landes seinen neuesten kostengünstigen Marschflugkörper der Öffentlichkeit vorgestellt.
Russland setzt vermehrt auf Waffen mit niedrigen Herstellungskosten, die in großer Stückzahl gefertigt werden können. Gleichzeitig sollen die Waffen nicht von einfachen Abwehrsystemen abgefangen werden können. Solche billigen Waffen werden vermehrt in der Ukraine eingesetzt.
Der Marschflugkörper erreicht laut den vorliegenden Angaben eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern und trägt einen Sprengkopf mit einem Gewicht von 135 Kilogramm.
Neben Start von Flugzeugen aus soll das System auch von Hubschraubern aus gestartet werden können.
Massenproduktion soll möglich sein
Ukrainischen Quellen zufolge rechnet das russische Militär bis 2027 mit rund 10.000 solcher Flugkörper. Das entspräche einer Fertigung von etwa 830 Stück pro Monat.
Weil sie technisch weit weniger aufwendig sind als etablierte Marschflugkörper wie die Ch-101, lassen sie sich deutlich billiger und in größerer Stückzahl fertigen. Das erschwert wiederum eine wirtschaftlich sinnvolle Abwehr, da einfache und kostengünstige Abfangsysteme gegen eine hohe Anzahl solcher Ziele an ihre Grenzen stoßen.
Wahrscheinlich Export geplant
Der Auftritt in Ägypten lässt vermuten, dass Russland plant, das System künftig weltweit auf dem Rüstungsmarkt anzubieten.
Auf Messen wird Russland oft mit „kampferprobtem“ Gerät, das sich dementsprechend einfacher an ausländische Kunden vermarkten lässt.
Auch abseits der „Dan-T“ nutzt Russland die Airshow, um bislang unveröffentlichte Rüstungsgüter zu zeigen. So will der Konzern Rostec dort erstmals neue Bewaffnung für den Tarnkappenjet Su-57E präsentieren – inklusive unbemannter, radar-schwer erfassbarer Fluggeräte, die künftig direkt aus dem Kampfjet heraus gestartet werden könnten.