Einem Mann aus Aachen wird sein Handy gestohlen. Über eine Ortungsfunktion kann er erkennen, dass sich das Gerät etwa 4500 Kilometer entfernt in Senegals Hauptstadt Dakar befinden soll. Statt sein iPhone einfach aufzugeben, beschließt er, dem Handy – nach eigener Darstellung auch auf Druck seiner Followerinnen und Follower – hinterherzufliegen und es sich zurückzuholen. Unter dem Namen „yassine98“ postet er zahlreiche Videos auf der Plattform Instagram und begleitet seine Reise.
„Es ist verrückt, aber ich will jetzt irgendwie dahinfliegen und mir mein scheiß Handy zurückholen“, sagt der Mann in einem Video, das er Anfang Februar postete. Er verspricht seinen Followern: Bei 10.000 Likes wolle er tatsächlich losfliegen.
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Kurz darauf verbreitet sich das Video rasant. In einem weiteren Beitrag sagt er, dass das Video bereits 30.000 Likes erhalten habe – mittlerweile sind es über 240.000. Allerdings habe er „ein fettes Problem“, denn „ich muss hier noch eine Baustelle fertig machen, ich habe eigentlich gar keine Kohle, um jetzt in den Senegal zu fliegen, und ich weiß auch nicht, wie ich das meiner Mutter erklären soll.“
Trotzdem entscheidet er sich für die Reise und teilt seine Erlebnisse in Videos auf Instagram. Wie er in seinen Videos berichtet, trampt er zunächst nach Brüssel, übernachtet dort am Flughafen und fliegt von dort aus nach Dakar. In der senegalesischen Hauptstadt angekommen, erfährt er nach eigenen Angaben von mehreren Menschen, dass die Gegend, in der sich das Handy laut Ortung befindet, nicht sicher sein soll. Stattdessen wird ihm geraten, sich an die Polizei zu wenden – diese kann ihm, so sagt er, jedoch nicht helfen. Der Standort sei zu ungenau.
Mann nimmt die Verfolgung allein auf
Doch der Mann aus Aachen gibt nicht auf. „Entgegen aller Empfehlungen habe ich mich ins Auto gesetzt und bin allein dem Standort gefolgt“, sagt er in einem Video. Er folgt laut eigener Schilderung den Markierungen der Ortungsfunktion, bevor der Standort schließlich wieder verschwindet.
Gemeinsam mit einem Bekannten, der im Senegal lebt, startet er einen weiteren Versuch: Sie fahren verschiedene Orte ab, an denen das Handy an den Tagen zuvor geortet worden sein soll. In einem Handyshop begegnen sie einem Mann, der laut dem Aachener ein iPhone in der Hand hält, das seinem gestohlenen Gerät ähnelt.
Der Mann aus dem Shop reagiert offenbar nervös und verlässt fluchtartig den Laden, beschreibt der Aachener. Also folgen sie ihm und konfrontieren ihn erneut. Dieser beteuert, das gestohlene Handy nicht zu besitzen, aber zu wissen, wer der wahre Dieb sei – gemeinsam fahren die drei durch Dakar.
„So ist es zustande gekommen, dass ich zwei, drei Stunden mit dem Typen im Auto saß und durch ganz Dakar gefahren bin“, erzählt er. Über die Ortungsfunktion habe er dabei beobachten können, dass sich das geklaute Handy offenbar mit ihnen bewegt habe.
Schließlich stellen sie den Mann nach seiner Darstellung vor die Wahl: Entweder er gibt das Handy zurück, oder sie schalten die Polizei ein. „Und zack, zwei Minuten später hatte ich mein Handy in der Hand, unversehrt, in einem Topzustand“, sagt der Mann aus Aachen in einem am vergangenen Dienstag veröffentlichten Video auf Instagram.
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Ursprünglich argumentierte er, dass die Verfolgung des Handys günstiger sei als der Kauf eines neuen Geräts. Insgesamt habe ihn die Reise 1255 Euro gekostet, resümiert er in einem Video. Zum Vergleich: Ein neues iPhone 17 Pro kostet je nach Ausstattung derzeit ab 1299 Euro. Durch seine Aktion hat er allerdings viel Aufmerksamkeit – und viele neue Follower – gewonnen. Mittlerweile zählt sein Kanal fast 85.000 Abonnenten.