Gesundheitssystem vor Kollaps

Trumps Kürzungswelle trifft den Sudan

08.09.2026 – 10:28 UhrLesedauer: 2 Min.

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US-Präsident Donald Trump (Archivbild): Er kappte die Mittel für die Hilfsorganisation USAID. (Quelle: IMAGO/imago)

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US-Präsident Donald Trump strich die Mittel für Entwicklungshilfe zusammen. Ein Land spürt die Folgen besonders, warnt eine Hilfsorganisation.

Das Gesundheitssystem im Bürgerkriegsland Sudan steht nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (Médecins Sans Frontières – MSF) vor dem Zusammenbruch. Aufgrund der Kürzungen von Hilfsgeldern für das afrikanische Land müssten im ganzen Land Kliniken und Ambulanzen schließen, warnte die Organisation und appellierte anlässlich der UN-Generalversammlung an die Staats- und Regierungschefs, die Finanzierung der notwendigen Gesundheitsversorgung im Sudan sicherzustellen. Der 2,87 Milliarden US-Dollar umfassende UN-Hilfsplan sei lediglich zu 41 Prozent finanziert.

Vor allem die Gelder aus einem Land werden vermisst: Die Hilfsgelder aus den USA sind im Juni ausgelaufen, nachdem US-Präsident Donald Trump die Mittel für die Entwicklungsorganisation USAID radikal zusammengestrichen hatte. „Obwohl die Vereinigten Staaten weiterhin der größte Geldgeber für den Sudan sind…, konnten viele der bisherigen Gesundheitsdienstleister keine alternativen Finanzierungsquellen für die Fortführung ihrer Arbeit erschließen“, so Ärzte ohne Grenzen in seiner Original-Presseerklärung auf Englisch.

Die Bundesregierung hatte im Frühjahr zu einer Geberkonferenz in Berlin geladen. „Der Krieg treibt die Bedarfe im Sudan in die Höhe, und gleichzeitig schränken Mittelkürzungen die mögliche Hilfe ein“, sagte nun Muhammad Ibrahim, MSF-Landeskoordinator im Sudan. „Unsere Arbeit wird privat finanziert. Doch wenn die Mittel für andere Gesundheitsdienste wegfallen, schließen Kliniken, Patientinnen und Patienten haben weniger Anlaufstellen, und der Druck verlagert sich auf die verbleibenden Einrichtungen, darunter auch unsere.“

imago images 0776617049Vergrößern des BildesGroße Teile des Sudanesischer Städte sind zerstört (Archivbild): In dem Land tobt seit Jahren ein Bürgerkrieg. (Quelle: IMAGO/Mohamed Khidir)

So sei in Tawila in Nord-Darfur die Versorgungslage von bis zu 600.000 Vertriebenen kritisch. Ärzte ohne Grenzen betreibe das einzige Krankenhaus mit 200 Betten in der Region und sei die einzige Organisation, die in der Lage sei, groß angelegte Maßnahmen zur Bekämpfung von Epidemien zu ergreifen. Die Zahl der Malaria- und Mangelernährungsfälle steige aber bereits jetzt, noch vor dem Höhepunkt der Regenzeit.